Wer auswandern will, muss eine neue Sprache lernen

Als Deutsche/r kann man dem Rest der Welt fast schon leidtun. Während Englisch und Französisch auf fast jedem der sechs Kontinente gesprochen werden, wird Deutsch nur in Deutschland sowie einigen mittel- und unmittelbaren Nachbarländern gesprochen.

Zwar stimmt es, dass Deutsche quer über dem Planeten verstreut und beinahe in allen Ländern der Welt zu finden sind. Allerdings nutzt das Auswanderern alleine zumeist nicht viel, wenn sie sich in einem neuen Land einfinden und integrieren wollen.

Deswegen ist das systematische Erlernen einer neuen Sprache in der Regel unvermeidlich.

Was sich sehr nach Zwang anhört, kann aber auch ungeahnte Freude bereiten und hat schon so manchem Auswanderer zu ungeahnten Karrieresprüngen verholfen.

Wir von Workwide möchten in der folgenden Übersicht alle notwendigen Fragen klären zum Erlernen einer neuen Sprache bei Auswanderung, zum Thema Sprachkurse- und Reisen sowie zu Sprachzertifikaten.

Ich will auswandern – welche Sprache(n) muss ich beherrschen?

Es ist fast schon eine Binsenweisheit, dass Englisch die Weltsprache ist. Englisch gilt in über 56 Staaten als Amtssprache und ist hinter Mandarin die zweithäufigste Muttersprache.

Die wahre Wichtigkeit zeigt sich jedoch in der Zahl von etwa 1,5 Milliarden Menschen weltweit, wenn sprachkundige Nichtmuttersprachler hinzugezählt werden.

Hohe Zahlen an Muttersprachlern weisen auch das Französische (230 Millionen Sprecher) und das Spanische (ca. 450 Millionen Sprecher) auf. Im Unterschied zum Englischen ist die Wichtigkeit dieser Sprachen aber eher auf bestimmte Gebiete begrenzt (zum Beispiel Spanisch in Süd- und Mittelamerika, Französisch in Teilen Afrikas).

Aber auch in Ländern, in denen die englische Sprache keinen offiziellen Status besitzt, und oftmals sogar im eigenen Land gilt: Wer kein Englisch kann, hat einen Nachteil in vielen Lebensbereichen.

Unabhängig davon welche Sprache nun in Ihrem Zielland gesprochen wird, sollten Sie trotzdem Englisch beherrschen, um in jeder Lebenslage verstanden zu werden.

Auch in vielen Unternehmen die nicht in einem englischsprachigen Land sitzen ist Englisch die Unternehmenssprache. Besonders in internationalen Unternehmen, die Muttersprachler aus Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt anstellen sind Englischkenntnisse unabdingbar um sich mit seinen Kollegen zu verständigen. Kenntnisse in der Landessprache sind nicht immer notwendig, können aber das Leben im Ausland sehr vereinfachen. Es gibt sogar Unternehmen, die kostenlose Sprachkurse für ausländische Mitarbeiter anbieten.

Sie können sich aber auch bereits vor der Auswanderung um den Besuch eines Sprachkurses bemühen. Das lohnt sich besonders, wenn Sie planen in Länder auszuwandern, wo die Englisch als Fremdsprache in der allgemeinen Bevölkerung nicht so verbreitet ist.

Sprachzertifikate nach dem Europäischen Referenzrahmen

Im weltweiten Berufsleben sowie im Bereich von (Hochschul-)Bildung und Wissenschaft gehören Sprachzertifikate mittlerweile zu den Standardrequisiten.

Früher benötigte nur derjenige ein Zertifikat, der eine Fremdsprache studieren wollte. Heute werden diese nunmehr immer häufiger auch von Universitäten und/oder Arbeitgebern verlangt. Insbesondere Zertifikate über Englischkenntnisse sind nötig, wenn das Englische für das Lesen englischsprachiger Quellen oder für multinationale Kommunikation benötigt wird.

Da Zertifikate für die verschiedensten Sprachen und in verschiedensten Varianten ausgestellt werden, wurde vor einigen Jahren der sogenannte Europäische Referenzrahmen für Sprachen entwickelt.

Dank ihm lassen sich Sprachzertifikate nicht nur besser vergleichen, sondern für Behörden, Arbeitgeber und Universitäten wird es auch leichter, konkrete Anforderungen bezüglich bestimmter Fremdsprachenkenntnisse zu stellen.

Der Europäische Referenzrahmen sieht sechs verschiedene Sprachniveaus vor, von denen A1 (Anfänger) und C2 (Experten) das niedrigste bzw. höchste Niveau für Nicht-Muttersprachler darstellen.

Die Anzahl der unterschiedlichen Sprachzertifikate kann je nach Sprache und je nach Behörde/Universität/Arbeitgeber, von denen es eingefordert wird, variieren. So existieren für das Englische mindestens fünf verschiedene Zertifikate, von denen folgende für den Hochschulbereich die bekanntesten sind:

TOEFL (Test of English as a Foreign Language)

TOEIC (Test of English for International Communication)

Cambridge Certificate (http://www.europaeischer-referenzrahmen.de/cambridge-certificate.php)

Im handwerklichen Bereich spielt das Zertifikat LCCI (London Chamber of Commerce and Industry) eine größere Rolle.

Für das Französische wird meist das Zertifikat DELF (Diplôme d’études en langue française) ausgestellt (ab C1 DALF, Diplôme approfondi de langue française) und für das Spanische das DELE (Diploma de estudios de la lengua española). Für Italienisch wird meist ein Zertifikat nach den Vorgaben des PLIDA (Progetto Lingua Italiana Dante Alighieri) ausgestellt.

Selbst für Sprachen wie Japanisch können in Deutschland Sprachzertifikate- bzw. Diplome erworben werden.

Eine Übersicht über die Art von Zertifikaten, und wo diese erworben werden können, finden Sie auch hier!

Was sollte eine Sprachschule anbieten?

Um eine neue Sprache zu lernen, muss man nicht immer gleich eine Sprachreise buchen, auch wenn dies von den meisten internationalen Sprachschulen angeboten wird und es ein willkommenes Extra sein kann, wenn man neben der neuen Sprache auch gleich die Kultur und Menschen eines Landes kennen lernen kann.

Unabhängig vom Ort, an dem Sie Sprachunterricht für sich in Anspruch nehmen, sollte eine Sprachschule immer schon durch die Qualität des Unterrichts große Nähe zu einer Zielkultur- und Sprache vermitteln können.

Dazu gehören gute Lehr- bzw. Lernmaterialien ebenso wie gut informierte, leidenschaftliche und kompetente Lehrer.

Als objektiver Maßstab können Lizenzen für die Vergabe von Sprachzertifikaten genommen werden. Ist eine Sprachschule berechtigt, eines oder mehrere international anerkannte Sprachzertifikate nach dem Europäischen Referenzrahmen zu vergeben, handelt es sich um eine zuverlässige Schule.

Für Zuverlässigkeit können auch die jahrelange Erfahrung einer Sprachenschule sowie die Vielfalt der angebotenen Sprachen stehen. So ist das Unternehmen Education First (EF) zum Beispiel schon seit 1965 in diesem Bereich aktiv.

Wir von Workwide empfehlen, eine Sprachreise zu machen, da die Erfahrung der Begegnung mit Menschen eines Landes durch bloßes Lernen einer Sprache fast nicht zu ersetzen ist. Doch auch wer nicht so viel Geld investieren kann oder möchte, sollte den Maßstab für exzellenten Sprachunterricht nie zu tief ansetzen.

Eine Übersicht vom Deutschen Akademischen Dienst empfohlener Sprachschulen finden Sie hier!

Welche anderen Möglichkeiten habe ich?

Der Besuch eines Sprachkurses ist zwar wärmstens zu empfehlen, jedoch nicht unverzichtbar.

Eine Sprache kann selbstverständlich auch im Selbststudium oder durch einen sogenannten Bildungsurlaub erlernt werden. Dies fordert jedoch ungleich mehr Selbstdisziplin, besonders wenn allein ohne Sprachpartner gelernt wird.

Wer sich für das selbständige Lernen entscheidet, nimmt in Kauf, im Zweifelsfall keine Rückfragen an etwaige Lehrer stellen zu können und keine Rückmeldung zu erhalten. Außerdem sind ein hohes Maß an Motivation und Disziplin erforderlich.

Sprachstipendien

Wer nicht über das nötige Geld für den Besuch einer internationalen Sprachschule oder für eine Sprachreise besitzt, kann auf die Unterstützung einzelner Unternehmen setzen, die Stipendien vergeben, mit denen die Kosten ganz oder teilweise gedeckt werden können.

Sprachstipendien für den Erwerb der englischen Sprachen werden beispielsweise von Longua  vergeben.

Eine Übersicht über Gesellschaften, die in Deutschland Stipendien in den verschiedensten Bereichen vergeben, findet sich in diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung.

 

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