Überwinde kulturelle Unterschiede am Arbeitsplatz

Hast du gerade dein Studium abgeschlossen und bist fest entschlossen in ein fremdes Land auszuwandern, um dort deine Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen? Oder schickt dich dein Arbeitgeber in die Ferne? Was auch immer deine Auslandstätigkeit veranlasst, wir möchten dir vorerst recht herzlich zu deiner Entschlossenheit und Courage gratulieren. Im Ausland zu leben und zu arbeiten ist zwar ein unvergleichliches und vielversprechendes Abenteuer. Dennoch ist es möglich, dass du während dieser Zeit auch auf so einige Schwierigkeiten stoßen kannst, auf die du dich, so gut es geht, vorbereiten solltest.

Andere Länder, andere Sitten

Für einige Tage in ein fernes Land zu reisen, mag traumhaft erscheinen. Man ist wie verzaubert von den exotischen Besonderheiten, ungewöhnlichen Bräuchen und unbekannten Geschmäckern. Doch obwohl es einfach ist, als Tourist alles durch die rosa Brille zu sehen, ist der Kulturschock in keinem Bereich so überwältigend, wie in dem der Arbeitswelt. Man wird nahezu bombardiert mit ungewohnten Arbeitszeiten, einer fremden Sprache, vielleicht einem sehr fordernden oder aber fast nie anwesenden Arbeitgeber, anspruchsvollen Klienten und Kollegen, welche einem womöglich verwunderte Blicke zuwerfen, da man sich am Arbeitsplatz noch nicht so ganz zurechtfindet.

Es mag verständlich sein, dass man in solchen Situationen nicht nur das eigentliche Arbeitsfeld, sondern gleich das ganze Volk und seine Kultur beschuldigen möchte. Doch jedes Land hat seine eigenen Traditionen und Sitten. Auch wenn sie uns fremd erscheinen mögen, bedeutet das nicht, dass die Vorgehensweisen dieser Kultur falsch oder schlecht sind. Und nur, weil uns etwas unbekannt ist, sollten wir es noch lange nicht verstoßen. Stattdessen sollte man sich auf die positiven Dinge konzentrieren, denn viele dieser Sitten mögen vielleicht sogar sehr bewundernswert sein. Es ist bloß eine Frage der Einstellung.

Sei geduldig

Es ist verständlich, dass man, sobald man seinen Zielort erreicht, sofort alles perfekt beherrschen möchte, da ein problemloser Einstieg eine Menge Zuversichtheit spenden kann. Vor allem, wenn man alleine auswandert, ist der emotionale Druck und die Angst davor, zu versagen, sehr groß. Doch es ist nahezu unmöglich, auf Anhieb mühelos durchzustarten. Darum solltest du dir soviel Zeit wie möglich erlauben, dich in deinem neuen Lebensabschnitt zurechtzufinden. Und selbst, wenn die Dinge einmal nicht so vonstatten gehen, wie du es dir erhofft hast, solltest du dir deswegen keinerlei Vorwürfe machen.

Alles braucht seine Zeit, ganz gleich, ob es das Erlernen einer neuen Sprache, das Zurechtfinden in einer unbekannten Stadt oder das Knüpfen von neuen Freundschaften ist. Genauso wie du dich an einem neuen Arbeitsplatz in deiner ursprünglichen Heimat einleben müsstest, ist dies auch im Ausland notwendig. Es erscheint nur alles beängstigender aufgrund der Tatsache, dass du dort scheinbar auf dich alleine gestellt bist. Doch mit etwas Geduld gewöhnst du dich auch an dieses mulmige Gefühl und lernst, damit umzugehen. Und sicherlich wird dir die Mehrheit der Leute mit ebenso viel Geduld entgegenkommen.

Sei auf alles vorbereitet

Meist weiß man bereits im Voraus, dass man ins Ausland gehen wird – außer es handelt sich um einen beruflichen Notfall, durch den du bereits dieses Wochenende in die Fremde geschickt wirst. Desto wichtiger ist es, dass du dich auf deinen Auslandsaufenthalt vorzeitig und bestens vorbereitest. Nutze die Zeit, welche du noch in deiner Heimat verbringst, um die neue Kultur aus der Ferne kennenzulernen. Das mag zwar nur oberflächlich möglich sein, doch vielleicht hast du ja in deinem Freundeskreis einige Personen, die ursprünglich aus deinem Zielland kommen oder bereits ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Falls du in ein Land oder eine Stadt auswandern solltest, wo weder deine Muttersprache noch Englisch gesprochen wird, wäre es ratsam, die Grundkenntnisse der Sprache zu lernen. Die Sprache des Aufenthaltslandes zu sprechen, mag es auch nur auf dem einfachsten Niveau sein, erweist sich stets als Vorteil. Nicht nur wird die Kommunikation vereinfacht, viele Einheimische finden es auch bewundernswert und respektvoll. Solltest du selten von Englisch Gebrauch machen, könntest du vielleicht auch dieses ein wenig auffrischen. Englisch wird zwar nicht überall fließend gesprochen, hilft aber meist in Notsituationen.

Ebenso wichtig sind die Arbeitsgewohnheiten einer fremden Kultur, denn diese können sich in vielen Ansichten sehr unterscheiden. Obwohl in vielen Ländern eine geregelte 40-Stunden Woche existiert, kann dieses Limit in manchen Ländern, vor allem in Asien, übertroffen werden. Dazu kommt, dass die Bezahlung von Überstunden in einigen Ländern nicht üblich ist – und sich darüber zu beschweren bleibt oft erfolglos. Sammle also schon vor deiner Abreise soviele Informationen wie möglich über diverse Unterschiede. Gerne kannst du dir auch einige unserer ausführlichen Berichte bestimmter Städte und deren Arbeitskulturen auf unserer Webseite durchlesen.

Sei aufgeschlossen gegenüber anderen Kulturen

Wenn man sich an einem Ort aufgrund der Tatsache, das dieser einem fremd ist, nicht wohl fühlt, ist es verständlich, dass man automatisch verschlossen reagiert. Eine derartige Reaktion hilft aber leider nicht dabei, den Einstieg in die neue Berufswelt zu erleichtern, ganz im Gegenteil. Je widerwilliger man gewisse Dinge anpackt, desto hartnäckiger werden jegliche Schwierigkeiten erscheinen. Wenn du dich also in deiner neuen Umgebung missverstanden oder ausgeschlossen fühlt, versuche die Situation von einer anderen Perspektive zu betrachten. Oft liegt das Problem, sich nicht einfügen zu können, unter anderem an einem selbst.

Das ist insofern gut, da so die Chance, die Situation zu verbessern, in deinen eigenen Händen liegt. Eines ist nämlich sicherlich unmöglich: ein gesamtes Volk und seine scheinbar sonderbaren Gewohnheiten zu ändern. Es liegt also an uns selbst, uns an neuartige Sitten und Traditionen anzupassen, und das muss nicht unbedingt erzwungen sein. Dass du gerade jenen Ort ausgewählt hast, beweist, dass er für dich eine magische Anziehungskraft hat. Solltest du dich also einmal in einer zweifelhaften Lage befinden, erinnere dich an die positiven Besonderheiten, welche dich anfangs in die Ferne lockten.

Beobachte deine Kollegen

Es mag dir am Anfang zwar ein bisschen unangenehm scheinen, dich in einen neuen Arbeitsplatz zu integrieren, doch bestimmt wirst du von der Mehrheit der Arbeitnehmer und Kollegen mit offenen Armen aufgenommen werden. Ein neues Mitglied willkommen heißen zu können frischt nämlich den Arbeitsalltag auf, vor allem, wenn der Neueinsteiger aus einem anderen Land kommt. Einige schwarze Schafe gibt es an jedem Ort und in jeder Branche, deshalb solltest du dir darum nicht allzu viele Gedanken machen. Pflege deinen Umgang also mit jenen, die dir gegenüber hilfsbereit und aufgeschlossen sind.

Solltest du dich in deinem Feld nicht auf Anhieb zurechtfinden, dann scheue nicht davor zurück, um Hilfe zu bitten. Kulturelle Differenzen können vor allem im Job sehr stark vertreten sein. Wenn dir etwas unklar ist, frage einen deiner Mitarbeiter um Rat. Außerdem solltest du dir angewöhnen, den Arbeitsvorgang deiner Kollegen und deren Umgang mit Vorgesetzten und Kunden zu beobachten. Nimm auch deren Körpersprache etwas genauer unter die Lupe. Obwohl Direktheit auf unserem Terrain akzeptabel und sogar erwünscht sein mag, reagieren manche Völker sehr sensibel auf ein derartiges Verhalten.

Sei diskret im Umgang mit Vorgesetzten

Der Status des Vorgesetzten ist nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Firma zu Firma unterschiedlich. Manche Chefs wachen über ihr Unternehmen ohne ein Auge zuzudrücken, andere sind vor allem dann, wenn man sie am meisten braucht, wie vom Erdboden verschluckt. Einige pflegen ein eher freundschaftliches Verhältnis mit ihren Arbeitnehmern, andere wiederum befinden sich auf einem unsichtbaren Sockel über dem Rest der Schar und erwarten, wie ein Gott angebetet zu werden. Mache dir also schon vor deinem Aufbruch ein klares Bild darüber, welche Art von Umgang in jenem Land gewünscht ist.

Verhaltenszüge, mit denen du kaum falsch liegen kannst, sind Freundlichkeit und Höflichkeit. Dein Boss ist dein Boss, welcher in den meisten Fällen hart am Aufbau dieses Unternehmens gearbeitet und einen gewissen Respekt verdient hat. Und die Tatsache, dass er oder sie dich eingestellt hat, beweist doch, dass man dir vertraut. Achte darauf, ob dein Vorgesetzter einen gewissen akademischen Titel innehält. In manchen Ländern wird darauf Wert gelegt, Vorgesetzte mit vollem Namen inklusive Titel anzusprechen. Solltest du dir im Umgang mit deinem Arbeitgeber unsicher sein, helfen dir deine Kollegen bestimmt dabei, dich über bestimmte kulturelle Sitten aufzuklären.

Nutze die Zeit als positive Erfahrung

So furchteinflößend manche Situationen während deiner Auslandstätigkeit scheinen mögen, du hast dich auf ein unvergessliches und durchaus wundervolles Erlebnis eingelassen. Statt dir über Dinge, die du nicht ändern kannst, den Kopf zu zerbrechen, solltest du deinen Fokus auf all das richten, was dir Freude bereitet. Und davon gibt es in deinem Traumland sicherlich genug. Womöglich hast du eine neue Sprache erlernt oder kannst deine Familie beim nächsten Besuch mit einheimischen Rezepten bekochen. Bestimmt hast du eine Menge an Geschichten zu erzählen und atemberaubende Fotos und Videos zu teilen.

Was auch immer auf deinem Abenteuer schief gehen mag, sicherlich inspirierst du damit nicht nur deinen Freundeskreis, sondern auch andere junge Leute und Studienabgänger. Erfahrungen zu sammeln ist das Beste, was uns das Leben zu bieten hat. Darum nutze die Chance, nicht nur etwas Neues über eine andere Kultur, sondern auch etwas Neues über dich selbst zu lernen. Jede Erfahrung ist von großem Wert für unsere Weiterentwicklung. Deshalb solltest du dir auch eher negative Erinnerungen zu Nutzen machen. Denn wie die Weisheit sagt: Manches Mal gewinnen wir und manches Mal lernen wir.

Fazit

Sich in ein neues Umfeld zu integrieren mag nicht so einfach sein, wie man sich anfangs erhofft hat. Doch oft ist es der Fall, dass man sich beim Einleben in eine andere Kultur selbst im Weg steht. Je aufgeschlossener und neugieriger man einer fremden Kultur gegenübertritt, desto entgegenkommender wird diese darauf antworten. Zu sehen, was die Welt noch zu bieten hat, ist ein großes Privileg. Deshalb gratulieren wir dir zu deinem mutigen Entschluss und möchten dir raten, deinen Auslandsaufenthalt und alles, was er zu bieten hat, bis aufs kleinste Detail zu genießen!