5 Dinge, die Deutsche im Ausland am meisten vermissen

Jeder Auswanderer hat seine eigenen Gründe, dem Heimatland für immer oder für eine gewisse Zeit den Rücken zu kehren. Für manche ist es die Abwechslung, andere möchten neue Kulturen kennenlernen, wieder andere wollen ganz einfach dem deutschen Wetter entfliehen. Doch so ziemlich alle deutschen Auswanderer haben eines gemeinsam: Früher oder später gibt es dann doch immer wieder Dinge, die man als Deutscher im Ausland vermisst.

Vielleicht hat es dich vorher gestört, dass die Deutschen immer so grimmig dreinschauen und überpünktlich sind? Oder du warst genervt, dass es im Supermarkt hunderte Sorten von Brot zu kaufen gibt, Südfrüchte aber immer geschmacklos sind? Den Alltag in deiner neuen Heimat stellst du dir deshalb umso spannender und abwechslungsreicher vor – aber mit der Zeit können Dinge, die zuvor als nervig angesehen wurden, ein wohliges Gefühl in dir auslösen.

Die deutsche Ordnung

Es gilt als absolutes Klischee, dass in Deutschland alles organisiert ist und dass wir Deutschen alles bis ins kleinste Detail planen. Viele Deutsche sind davon genervt, schimpfen über die Bürokratie und lehnen unsere vermeintliche Kleinkariertheit ab. Wer aber als Deutscher ins Ausland zieht, wird schnell merken, dass das Klischee der deutschen Ordnung nicht ganz ohne Grund existiert – und dass es so einige Vorteile mit sich bringt.

Besonders die Auswanderer, die nicht nur Deutschland, sondern auch Europa verlassen, werden schnell merken, dass es auch ganz anders laufen kann. Eigentlich einfache Dinge wie ein Bankkonto zu eröffnen oder gar die Straße zu überqueren, können in manchen Teilen der Welt im Chaos enden. In diesen Situationen hat schon so mancher Deutscher gemerkt, dass die Ordnung in Deutschland vielleicht doch gar nicht so verkehrt ist.

Die öffentlichen Verkehrsmittel

Viele Deutsche, die nie im Ausland gelebt haben, werden wohl anfangen zu lachen, wenn man ihnen sagt, dass viele Auswanderer die öffentlichen Verkehrsmittel in Deutschland vermissen. Immerhin haben diese bei uns einen weniger guten Ruf. So ziemlich jeder Deutsche hat sich schon einmal über die Busse und Straßenbahnen beschwert, und auch die Deutsche Bahn muss so einiges an Kritik einstecken, insbesondere wenn es um die Pünktlichkeit geht.

Wer als Deutscher ins Ausland zieht, merkt aber häufig schnell, dass die öffentlichen Verkehrsmittel im Heimatland im Vergleich gar nicht so ineffizient sind, wie man immer behauptet hat. Zwar gibt es einige Länder, die Deutschland in diesem Bereich voraus sind, in den meisten Teilen der Welt ist dies aber nicht der Fall. Wer im Ausland stundenlang auf einen Bus oder Zug wartet, wird die alten Vorurteile schnell über Bord werfen.

Deutsches Bier und deutsches Brot

Es gibt wohl kaum etwas Klischeehafteres als die Annahme, dass alle Deutschen im Ausland das deutsche Bier und deutsches Essen – insbesondere Brot – vermissen. Die meisten deutschen Auswanderer werden dieses Klischee aber ohne Zweifel bestätigen. Natürlich gibt es auch in anderen Ländern gutes Essen und eine tolle Kultur, doch häufig seht man sich plötzlich nach einem traditionellen deutschen Biergarten an einem milden Sommerabend.

Deutschland bietet zudem viele traditionelle Spezialitäten, doch kaum ein deutsches Lebensmittel wird von Auswanderern so sehr vermisst wie das deutsche Brot. Das liegt vermutlich auch daran, dass gutes Brot in Deutschland eine Selbstverständlichkeit ist. So findet man an beinahe jeder Ecke eine Bäckerei, in der man morgens frisch seine Brötchen kaufen kann. In den meisten anderen Ländern sucht man danach aber vergeblich und muss sich oftmals mit Weißbrot zufriedengeben.

Nicht verhandeln müssen

In vielen Ländern ist es Gang und Gebe, doch für die meisten Deutschen ist es eine Qual: das Verhandeln um den Preis. Auch wenn man sich als Auswanderer meist schnell daran gewöhnt, vermissen viele Deutsche im Ausland das einfache Prinzip: Alles hat seinen Preis. Egal, wie viel Deutsche sich zu Hause über die Preise beschweren – es kann doch angenehm sein, diese nicht noch ständig verhandeln zu müssen.

Die deutsche Pünktlichkeit

Das wohl größte und dennoch zutreffendste Klischee von allen ist, dass Auswanderer die deutsche Pünktlichkeit vermissen. Während es in Deutschland unhöflich ist, jemanden auch nur 10 Minuten warten zu lassen, ist dies in anderen Ländern die Norm. So muss man sich als Deutscher im Ausland schnell an die örtlichen Gegebenheiten gewöhnen, um nicht dauerhaft gestresst oder frustriert zu sein, wenn man mal wieder eine Stunde oder gar noch länger auf jemanden wartet.