Leben und arbeiten in Estland

Leben und arbeiten in Estland

Estland gehört zu den aufstrebenden Ländern in der EU und wird dadurch auch bei Einwanderern immer beliebter. Innerhalb der letzten Jahre hat sich das Land besonders im Bereich Technologie und Wirtschaft stark weiterentwickelt und zählt mittlerweile zu den fortschrittlichsten Ländern des Kontinents. Auch das Arbeitsumfeld macht Estland zu einer beliebten Wahl bei Auswanderern, denn hier herrschen flache Hierarchien und eine innovative und kreative Denkweise.

Zusätzlich zum Fortschritt und dem angenehmen Arbeitsklima hat Estland aber auch landschaftlich und kulturell viel zu bieten. In dem Land gibt es unzählige historische Gebäude, Galerien, Märkte, Strände – und man ist nie weiter als 30 Minuten von einem See oder Wald entfernt. Somit ist es kaum verwunderlich, dass die Beliebtheit von Estland immer weiter zunimmt.

Ankommen in Estland – muss ich mich anmelden?

Eine Auswanderung nach Estland gestaltet sich im Allgemeinen sehr unkompliziert. Da das Land seit 2004 zur Europäischen Union gehört, braucht man als EU-Bürger zunächst erstmal keine spezielle Erlaubnis, um nach Estland zu reisen und dort zu leben. Wer allerdings länger als drei Monate in dem baltischen Staat bleiben möchte, muss eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Die Erlaubnis wird für EU-Bürger garantiert, sofern diese in Estland eine Anstellung haben oder über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um in Estland zu leben. Die Aufenthaltserlaubnis ist im Normalfall für fünf Jahre gültig und kann anschließend ganz einfach verlängert werden. Eine zusätzliche Arbeitserlaubnis wird nicht benötigt; als EU-Bürger darf man bereits in den ersten drei Monaten in Estland einer Anstellung nachgehen, selbst wenn man noch keine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis beantragt hat.

In Bezug auf die Aufenthaltserlaubnis bestätigen Ausnahmen die Regel: Wer beispielsweise plant, als Saisonarbeiter nach Estland zu kommen, benötigt generell keine Aufenthaltserlaubnis, sofern man nicht vorhat, länger als sechs Monate in dem baltischen Staat zu arbeiten.

Gesundheitssystem in Estland

Estland verfügt über ein weit ausgebautes und fortschrittliches Gesundheitssystem. Generell gilt, dass jeder, der in Estland Sozialsteuern zahlt, unter das Krankenversicherungsgesetz fällt und dadurch Anspruch auf ärztliche Hilfe hat. Das gilt auch dann, wenn man mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis in Estland lebt. Um von diesem Recht Gebrauch zu machen, muss man allerdings eine Anstellung in Estland haben. Sollte dies nicht der Fall sein, muss man sich privat um eine Krankenversicherung kümmern.

In Estland ist das System ähnlich wie in Deutschland, denn die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Beschwerden ist hier der Hausarzt. Dabei sollte man aber beachten, dass man sich in Estland vorab darum kümmern muss, in die Patientenliste des jeweiligen Hausarztes aufgenommen zu werden. Dazu muss man in der Praxis einen schriftlichen Antrag stellen, der im Normalfall innerhalb von 7 Tagen beantwortet wird. Sollte der Arzt, den man sich ausgesucht hat, aber beispielsweise schon eine volle Patientenliste haben, hat dieser das Recht, den Antrag abzulehnen. Aus diesem Grund sollte man sich am besten direkt nach der Ankunft in Estland um die Aufnahme in einer Patientenliste kümmern, damit man im Ernstfall direkt vorbereitet ist.

Arbeitsmarkt in Estland

Da Estland mit seinen rund 1,3 Millionen Einwohnern und der im Verhältnis großen Fläche eher dünn besiedelt ist, finden sich die meisten Arbeitsstellen und Karrierechancen in den größeren Städten des Landes, insbesondere aber in der Hauptstadt Tallinn und der zweitgrößten Stadt Tartu. In unserem Jobportal kannst du beispielsweise nach passenden Angeboten suchen, die du nach Branche und Zielland filtern kannst.

Besonders in handwerklichen Berufen und im Bildungsbereich gibt es in Estland viele Stellenangebote, aber auch im Bereich Technologie gibt es hier viele Karrierechancen. Das liegt besonders daran, dass das Land in den letzten Jahren stark in den Bereich Digitalisierung investiert hat – so wurde in Estland beispielsweise festgelegt, dass Internetzugang ein grundlegendes Menschenrecht ist, weshalb kostenlose Internetzugänge überall im Land zu finden sind. Estlands Einstellung zur Technologie und dem digitalen Markt, kombiniert mit seinen flachen Hierarchien, machen das Land besonders interessant für jeden, der in diesem Feld nach einer Karriere sucht.

Deutsche in Estland

Der Anteil an Auswanderern in Estland ist verhältnismäßig klein, jedoch herrscht hier ein echtes Gemeinschaftsgefühl. Besonders in Tallinn gibt es viele verschiedene Gruppen und Treffpunkte für Auswanderer, die sich mit Gleichgesinnten treffen und neue Kontakte knüpfen möchten.

Im Jahr 2017 lebten knapp 2000 Deutsche in Estland. Auch wenn die Anzahl an Deutschen eher gering ist, gibt es hier viele Einwanderer aus den verschiedensten Ländern. Insgesamt handelt es sich bei mehr als 30% der Einwohner Estlands um Einwanderer.