Welche Möglichkeiten der Gesundheitsversorgung gibt es in EU-Ländern?

Hauptkriterium für die richtige Gesundheitsversorgung im Ausland ist die Aufenthaltsdauer. Beim Thema Krankenversicherung muss immer unterschieden werden, ob man nur für ein bestimmtes Projekt, einen festgelegten Zeitraum im Ausland ist, oder ob man dauerhaft umzieht.

Gesetzliche Krankenversicherungen

Ob für eine Weiterbildung oder einen begrenzten Arbeitsaufenthalt, unabhängig vom EU-Land und dem Aufenthaltszweck behält jeder, der mindestens 184 Tage pro Jahr in Deutschland verbringt, auch im Ausland seinen Versicherungsschutz bei. Einen Überblick und umfangreiche Beratung bekommt man an der Deutschen Verbindungsstelle Krankenverischerung im Ausland (DVKA). Auf Geschäftsreisen ist die Europäische Krankenversicherungskarte ein absolutes Muss. Sie beweist, dass man in einem EU-Land krankenversichert ist. Bei medizinischem Bedarf hat man das Recht auf die gleiche Versorgung wie ein Staatsbürger des Gastlandes. Das heißt auch, dass bestimmte Behandlungen die im Inland abgedeckt sind, am neuen Aufenthaltsort kostenpflichtig sein können. Eine generelle Regel ist, dass eine Behandlung nicht verweigert werden darf. Bei technischen Problemen mit der Europäischen Krankenversicherungskarte, oder medizinischem Bedarf für den man gesetzlich nicht versichert ist, kann es aber notwendig sein, dass finanzielle Vorleistungen erforderlich werden.

Sobald man einen festen und dauerhaften Arbeitsplatz im Ausland annimmt, treten die sozialen Vorgaben des jeweiligen Landes in Kraft. Man ist in aller Regel über den dortigen Arbeitgeber krankenversichert. Es ist Sinnvoll sich bei dem Versicherungsträger des neuen Wohnsitzes zu informieren.

Die Private Krankenversicherung im Ausland

Auch hier muss zwischen dem begrenzten und dem dauerhaften Aufenthalt unterschieden werden. Es gilt die Leistungen des bestehenden Vertrages zu prüfen. Viele private Versicherungen beschränken die Leistungen auf eine bestimmte Dauer im Ausland.

In fast allen Fällen kann die private Krankenversicherung auf den dauerhaften Aufenthalt in einem anderen EU-Land abgeändert werden. Das gilt auch für Liechtenstein, Norwegen und Island. Anders als bei den gesetzlichen Versicherungen trifft bei den privaten die deutsche Regelung zu.

Liegt die neue Wunsch-Heimat außerhalb EU und EWR, so enden bestehende private Krankenversicherungen oftmals. Hier ist es wichtig frühzeitig mit dem Versicherer über eine Erweiterung zu sprechen. Dieser ist allerdings nicht verpflichtet diese anzunehmen und  kann einen Zuschlag verlangen.

Die Kombination: Gesetzliche Krankenversicherung und private Zusatzversicherungen

Während die Gesetzliche Krankenversicherung (egal ob im Inland oder in einem anderen EU-Land abgeschlossen) die Basis abdeckt und dafür in aller Regel auch ausreichend ist, ist es in einigen Fällen auch empfehlenswert einige Zusatzversicherungen abzuschließen. Unvorhergesehene Notfälle können immer eintreten. So ist es wichtig zu wissen, dass eine Rückführung in das Heimatland auch im Notfall nicht abgedeckt ist. Hier sollte man sich absichern. Des Weiteren bieten die meisten Versicherungen einen Dolmetscher an. Egal wie gut die sprachlichen Kenntnisse der neuen Heimat oder des besuchten Landes sein mögen, in kniffligen medizinischen Fällen kann ein Dolmetscher Hilfreich sein. Wer möchte sich einer Behandlung unterziehen, ohne die Details und Risiken genau zu kennen?

Auch wenn das Krankenversicherungswesen zunächst komplex erscheint, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Machen Sie einen Termin mit Ihrer Krankenkasse vor Ort und lassen Sie sich ausführlich beraten. Umso mehr Informationen du über dein Vorhaben mitbringst (welches Land, wie lange ist der Aufenthalt, was wollen Sie dort arbeiten), desto genauer kann dein Berater Ihnen helfen. Es hilft der Genesung im Krankheitsfall sich keine Sorgen und Gedanken um die Versorgung machen zu müssen.