Wann ist die beste Zeit zum Auswandern?

Oh, wie schön ist Panama!

Es gibt so viele interessante Länder, wäre es nicht wunderbar sich langfristig in einem aufzuhalten? Aber wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?

Vorbereitung

Egal, welches Alter man hat, als erstes kommt immer die Planung. Dabei ist folgendes zu beachten:

Auswandern kostet erstmal Geld. Langfristig will man natürlich auch im Land arbeiten, aber bis man etwas Passendes findet, sollte man einen gewissen Puffer parat haben. Erstmal macht es vielleicht Sinn weiterhin sein deutsches Bankkonto laufen zu lassen, bis man sich im neuen Land eingelebt hat. Dasselbe gilt fürs Meldeamt, Krankenversicherung und die Steuerabrechnung. Sobald man allerdings im Ausland arbeitet, muss man Steuern abrechen. Falls das Wunschland außerhalb der EU liegt, braucht man eine Aufenthaltsgenehmigung, welche vor der Ausreise beantragt werden muss. Hier lohnt es sich, sich genau zu informieren.

Es macht Sinn vor der Ausreise grundlegende Kenntnisse der Landessprache zu haben, oder mindestens gute Englischkenntnisse vorweisen zu können. Auch ist es ratsam, dass man das Land vorher schon bereist hat (auch wenn ein Urlaub sicherlich ganz anders ist als dort zu leben) oder man sich zumindest über kulturelle Begebenheiten informiert und mit Einheimischen in Kontakt tritt. Die Deutsche Botschaft im Ausland ist oft eine gute Anlaufstelle.

Mit Familie

Falls man mitten im Leben steht und die ganze Familie mitkommen wird, sollte man die Bedürfnisse und Vorstellungen aller Beteiligten vorher genau abklären. Als Alleinerziehende/r darf man nicht vergessen das Sorgerecht abzuklären und den anderen Erziehungsberechtigten bei der Planung zu involvieren, damit keine bösen Überraschungen auftauchen.

Vor Ort sucht man sich am besten schnell ein gutes Netzwerk (einfacher gesagt als getan), damit man das /die Kind/er gut betreut und versorgt weiß, wenn man selber arbeiten muss. Kindergärten und Schulen sollten vor der Ausreise kontaktiert werden, damit das Kind auch einen passenden Platz bekommt. Am besten plant man eine Ausreise im Sommer, bevor das neue Schuljahr anfängt, um das Einleben in den neuen Schulalltag zu erleichtern. Im weiterführenden Alter, könnte es Schwierigkeiten mit der Anerkennung von Schulleistungen geben (dasselbe gilt auch für Uniwechsel im Studentenalter). Man sollte sich auch bestens über die verschiedenen Schulformen informieren.

Fehlende Sprachkenntnisse können eventuell das Lernen erschweren, es lohnt sich frühzeitig mit der neuen Sprache zu beschäftigen. Vielleicht gibt es auch schulspezifische Besonderheiten, wie z.B. Schuluniform etc., die im Vorfeld beachtet werden sollten. Als Eltern muss man sich gut über die Krankenversicherung im Verhältnis zur Ausbildung informieren und auch das Kindergeld mag betroffen sein. Eventuell sieht auch das Gesundheitssystem anders, so dass z. B. bestimmte Impfstoffe oder Medikamente nicht zur Verfügung stehen.

Am besten funktioniert das Auswandern mit Familie natürlich wenn alle an einem Strang ziehen. Es ist wichtig, dass man sich auf den anderen verlassen kann und sich gegenseitig stützt. So überwindet man zusammen alle Schwierigkeiten.

Als Schüler und/oder Student

Als Schüler oder Student findet man oft Austauschprogramme, wie das Erasmus-Program für Studenten in Europa, die für ein paar Monate oder ein Jahr laufen. Über diese Programme sind gewisse bürokratischen Feinheiten abgedeckt bzw. mit integriert. Das macht den Auslandsaufenthalt etwas einfacher. Es kann aber auch vorkomme, dass man als Austauschschüler/Student herkommt und sich dann entscheidet zu bleiben. Generell ist das möglich, nur muss man sich genau informieren wie das mit der Anerkennung der erbrachten Leistungen aussieht. Und dann kommen die ganzen bürokratischen Feinheiten auf einen zu, um die man n sich dann selber kümmern muss, da man nicht mehr Teil des Austauschprogramm ist. Ein Austauschjahr während der Schulzeit ist oft mit hohen Kosten verbunden. Es gibt jedoch verschiedene Stipendien, um die man sich bewerben kann. Das Jahr im Ausland kann entweder in Deutschland anerkannt werden oder es muss nach Wiederkehr eine Klassenstufe wiederholt werden. Darüber sollte man sich im Voraus gut informieren. Für Studenten ist die Auswahl an Stipendien größer und es kann Auslandsbafög bezogen werden. Trotzdem sollte man die Kosten natürlich nicht unterschätzen.

Wer kein Auslandsjahr machen möchte oder nicht die Möglichkeit dazu hat, für den gibt es Work an Travel oder auch AuPair Programme. Ob nach dem Schulabschluss oder nach der Uni, diese Programme bieten sich an, um für eine längere Zeit ins Ausland zu gehen und zu arbeiten, ohne viele Vorkenntnisse. Meist sind die Kosten relativ gering, da man entweder Geld durch Nebenjobs verdient oder zumindest eine Unterkunft und gegebenenfalls Verpflegung bezahlt bekommt.

Wer langfristiger ins Ausland möchte, kann sich nach der Ausbildung oder dem Studium auch für einen richtigen Job bewerben. Meist ist man dann noch ungebundener und es kann etwas einfacher sein „spontan“ die Koffer zu packen und das Abenteuer Ausland zu beginnen.

Im Alter

Die Arbeitswelt hat ein Ende genommen aber die Abenteuerlust ist noch da. Warum nicht auswandern? Hier ist vor allem wichtig, dass man sich um die Rente kümmert. Im Normalfall erhalten Deutsche ihre Rente weltweit, doch es kann Einschränkungen geben. So kann es vorkommen, dass für den Bearbeitungsaufwand der Rentenüberweisung eine zusätzlichen Gebühr anfällt. Die Rentenversicherung sollte man möglichst vor der Abreise über die Pläne informieren.

Fazit

Einen idealen Zeitpunkt gibt es nicht. Auch wenn ein Auslandsaufenthalt in jüngeren Jahren oder im Rentenalter einfacher sein kann, als im Erwachsenenleben mit festem Job und Familie, sollte man sich nicht abschrecken lassen seine Träume zu verwirklichen.

Wann auch immer das Ausland ruft, es ist mit einigen bürokratischen Laufgängen verbunden. Oft hilft es sich mit Zurückkehrern oder Auslandsdeutschen im Vorfeld auszutauschen und Erfahrungen zu sammeln. Wie alles im Leben wird es vielleicht stößt man auf Hindernisse, die man aber mit Erfahrungsberichten und Unterstützung überwinden kann. Die Vorbereitungsphase kann viel Spaß bereiten und man kann sich über das neue Land durch Filme, Reportagen und Bücher informieren.