Unternehmenskultur in Südeuropa

Wenn man in Deutschland an Südeuropa denkt, kommen einen Bilder von Sonne, Strand und Meer in den Kopf. Aber wie sieht das Arbeitsleben bei den südlichen Nachbarn aus?

Kulturelle Unterschiede kommen auch in der Arbeitswelt zum Vorschein

In Südeuropa scheint alles ein langsameres Tempo zu haben. So auch in der Arbeitswelt. Solange es nicht brennt heißt es: mache morgen, was du heute nicht schaffst. Oft kommen Vorgesetzte und Mitarbeiter verspätet zu Besprechungen und Terminen. Das bringt manchmal Verzögerungen in Entscheidungsprozessen und somit in den Produktionsablauf. Da packt man am besten eine gute Portion Geduld mit ein und plant einen Zeitpuffer für die Deadlines.

Nicht alles was glänzt ist Gold

In den südlichen Ländern Europas zählen Titel vor dem Namen viel. Sie drücken eine Autorität aus. Der- oder diejenige weiß wovon er/sie spricht. Das führt zu einem großen Selbstbewusstsein. Manchmal ist da mehr Schein als Sein, aber oft führt der erste Eindruck zum gewollten Ergebnis. Dementsprechend ist es auch ratsam, sich präsentabel zu kleiden. In Deutschland steht man allgemein auf praktische Kleidung, das ist in Südeuropa nicht unbedingt der Fall. Gut muss es sitzen, gut muss man (und Frau) aussehen. Damit man bei seinem Gegenüber gut ankommt.

Struktur

Autorität wird aber nicht nur durch den Titel ausgedrückt. Nicht jeder darf einfach so direkt mit dem Chef reden. Erstmal muss die Sekretärin angesprochen werden und so arbeitet man sich hoch. Ordnung muss sein. Oft führt das dann auch dazu, dass ein Angestellter so lange im Büro bleibt, um auch ja vom Chef gesehen zu werden. Sobald der Chef aus dem Haus ist, wird meist Feierabend gemacht. Teilzeitarbeit gibt es recht selten. Wenn Familie ansteht bleibt meist ein Elternteil zu Hause.

Neue Technologien

Da die meisten Konzernchefs einer älteren Generation angehören, hinken die Unternehmen manchmal etwas hinterher was neue Technologien angehen. Marketing zum Beispiel wird oft auf dem traditionellen Weg eingeschlagen anstelle Social Media oder generell die digitalen Werkzeuge zu nutzen. Aber auch hier tut sich langsam etwas und Social Media wird mehr und mehr auch für Unternehmen eingesetzt. Es gibt noch oft die Devise wie viel kostet das (Kostenmanagement) anstelle sich die langzeitige Leistungssteigerung anzusehen. Das hängt sicher mit der wirtschaftlichen Entwicklung statt und lässt sich historisch einbetten.

Emotionen im Business

Auch im Geschäft zeigt man sich emotional. Es kommt vor, dass man im Gespräch locker am Arm gefasst wird, einem einen Fussel vom Pullover gezupft wird oder man zur Begrüßung zwei Küsse auf die Wange bekommt. Das mag dem allgemeinen Deutschen erstmal unbehaglich sein, aber Emotionen werden auch im Geschäft mehr betont. Es gibt auch einen gewissen Stolz, der unantastbar ist. Ungern werden Fehler auf den Tisch gelegt und analysiert. Dafür muss man Verständnis zeigen und ein Empathiegefühl entwickeln, damit man nicht in ein Fettnäpfchen tritt. Networking wird ganz großgeschrieben. Auch wenn nicht überall Englisch gesprochen wird, zählt es viel, wenn man versucht (wenn auch mit Händen und Füßen) mit seinem Gegenüber ins Gespräch zu kommen.

Offenheit und Verständnis

Man sollte allerdings nicht alle südeuropäischen Länder in einen Topf werfen. Es gibt länder- und regionsspezifische Sitten und Bräuche, auf die man sich vor einem ersten Treffen vorbereiten sollte. Eine offene Haltung und Verständnis für das Andere helfen hier sicher viel.

Hilfreiche Einblicke gibt es hier zu finden: http://businessculture.org/de/

 

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