Unternehmenskultur in Großbritannien

Die grundlegenden Merkmale der Kultur und Mentalität eines Landes spiegeln sich meist auch in der Unternehmenskultur wider. Das Vereinigte Königreich, bestehend aus den vier Teilstaaten England, Schottland, Wales und Nordirland, ist für viele Deutsche ein attraktives Auswanderungsziel. Dies liegt zum einen an der Nähe zur Heimat und zum anderen an der geringen Sprachbarriere. Doch welche Besonderheiten gilt es in der Arbeitswelt des größten Inselstaates von Europa zu beachten? Auf diese Frage stoßen deutsche Auswanderer unweigerlich, wenn sie sich für einen privaten sowie beruflichen Neustart entscheiden.

Sprache

Im Vereinigten Königreich gibt es zwei offizielle Sprachen: Englisch und Walisisch. Letztere wird überwiegend in Wales gesprochen. In einigen Teilen Schottlands und in Nordirland trifft man zudem auf Gälisch, was jedoch nicht als offizielle Sprache gilt. Da über 90 Prozent der Menschen im Vereinigten Königreich Englisch sprechen, kann man sich hiermit überall problemlos verständigen. Auch gerade in der Arbeitswelt ist es hoch angesehen, wenn man die englische Sprache beherrscht.

Arbeitssuche

Die besten Arbeitsmöglichkeiten bieten die Bereiche Gesundheit, IT, Vertrieb, Handel, Bildung, die Informations- und Kommunikationsindustrie, der Freizeitsektor, der öffentliche Dienst, das Versicherungsgewerbe sowie die Finanzbranche. Auch in Call Centern besteht stets eine große Nachfrage nach deutschen Muttersprachlern. Die Gesetzgebung der Europäischen Kommission ermöglicht es Deutschen, ohne Arbeitserlaubnis in Großbritannien zu leben und zu arbeiten. Lediglich für die Isle of Man und die Kanalinseln ist eine Arbeitserlaubnis erforderlich.

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Umgangsformen

Es wird viel Wert auf gute Umgangsformen gelegt. Wenn man ein Anliegen hat, redet man nicht lange um den heißen Brei, sondern bringt sein Anliegen direkt vor. Jedoch tut man dies auf eine höfliche und respektvolle Art und Weise. Besserwisserei oder ein harscher Diskussionsstil werden nicht gerne gesehen. Kritik oder Ablehnung gegenüber bestimmten Themen darf man gerne äußern, allerdings kleidet man diese am besten in Samt und Seide.

Geschäftskleidung

Im Vergleich zu Deutschland, wo oftmals legere Kleidung im Büro Anerkennung findet, wird im Vereinigten Königreich großer Wert auf einen konservativen Kleidungsstil gelegt. Bei Herren ist ein Anzug mit Krawatte gerne gesehen und Frauen tragen in der Regel einen Hosenanzug oder ein Kostüm. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Rock nicht zu kurz sein sollte. Bei wichtigen Geschäftsterminen wird vom Arbeitgeber nicht selten zusätzlich eine bestimmte Kleiderordnung vorgegeben, wie zum Beispiel Anzug, Smoking oder Frack für Männer und ein Kostüm, Cocktail- oder Abendkleid für die Frauen.

Geschäftsessen

Während eines Geschäftsessens wird in der Regel nicht über das Business gesprochen. Zumindest ergreift man nicht von selbst die Initiative, sondern wartet ab, bis das Gegenüber den Anfang macht. Tabu-Themen, die unbedingt vermieden werden sollten, sind Politik und Religion. Sollten man seinem Geschäftspartner zufällig auf dem stillen Örtchen begegnen, so gilt es auch hier zu vermeiden, über Geschäftliches zu sprechen.

Des Weiteren ist es unüblich, nur für sich alleine eine Bestellung aufzugeben. Getränke werden in der Regel immer für die ganze Gruppe bestellt. Die guten Umgangsformen spiegeln sich auch beim Verlassen eines Gebäudes wider. Hier wird stets darauf geachtet, dem Nachfolgenden die Tür aufzuhalten.

Qualifikationen

Die in der Ausbildung oder im Studium erworbenen Qualifikationen spielen keine so große Rolle im Berufsleben, wie es in Deutschland der Fall ist. So ist es keine Seltenheit, dass man in der Marketingabteilung auf eine Kindergärtnerin trifft oder einen Biologen als Personalmanager hat. Vielmehr zählen am Arbeitsplatz gute Umgangsformen sowie soziale Kontakte. Es wird gerne gesehen, wenn man nach Feierabend zusammen etwas essen oder trinken geht und sich nicht von den Arbeitskollegen abgrenzt.

Auch wenn im Vereinigten Königreich der Business-Etikette ein hoher Stellenwert beigemessen wird, geht es im Allgemeinen in der Arbeitswelt weniger hektisch und durchorganisiert zu als in Deutschland.