Rückkehr nach Deutschland

Du arbeitest und lebst nun schon länger im Ausland. Doch langsam überkommt dich der Wunsch wieder nach Deutschland zu ziehen. Aber wie ist das, wieder nach Hause kommen? Für die einen ist es leicht sich in dem neuen, „alten“ Alltag einzufinden, andere brauchen mehr Zeit.

Auslandsdeutscher

Wenn man als Deutscher im Ausland lebt und nicht mehr in Deutschland gemeldet ist, also keinen Wohnsitz mehr in Deutschland hat, wird man als Auslandsdeutscher bezeichnet. Übrigens können Auslandsdeutsche auch an der Bundestagswahl teilnehmen. Alle Informationen dazu findest du in unserem Artikel über das Wahlrecht im Ausland.

Kulturschock

Wenn man also nun wieder zurück in die Heimat will, muss man sich als erstes wieder beim Amt melden. Die deutsche Bürokratie und einige andere Eigenheiten mag man vielleicht nicht vermisst haben und findet sie plötzlich eher seltsam. Jedes Land hat so seine Vor- und Nachteile.

Was ist Heimat? Was ist zu Hause?

Ein Zuhause kann man sich machen. Einen Wohnraum schaffen, sich zu Hause fühlen. Heimat ist da wo man herkommt. Stimmt, aber nur zum Teil. „Home is where your heart is“ sagt man auf Englisch. Heimat ist etwas Tieferes, es geht in die Wurzeln einer Selbst. Für manche ist dies mit dem Heimatort verbunden, für manche sind es bestimmte Gerichte, für andere sind es bestimmte Rituale. Heimat ist also mit einem Gefühl, verbunden. In der Heimat fühlt man sich verstanden von seinen Mitmenschen, man weiß wo es das beste Feierabendbier gibt und wo man den besten Kaffee der Stadt bekommt. Man fühlt sich akzeptiert und Teil vom Ganzen.

Wiederkommen

Plötzlich ist mal also wieder zu Hause, aber irgendwie fühlt es sich gar nicht mehr wie das Zuhause an. Der Bahnhof ist zwar noch da wo er immer war, das Rathaus auch, aber was macht das neue Einkaufszentrum da? Die Freunde, die man sich so oft herbeigesehnt hat, umgeben sich plötzlich mit ganz anderen Leuten und verbringen ihre Freizeit in ungewohnten Cafés oder Bars. Außerdem verstehen sich gar nicht richtig, was man alles zu erzählen hat. Ähnlich geht es am Arbeitsplatz. Die neuen Arbeitserfahrungen, die man im Ausland erworben hat, werden gar nicht richtig wertgeschätzt. Man will ja gerne wieder reinpassen, aber irgendwas stimmt nicht.

Veränderungen

Man selbst und auch das Land haben sich verändert während der Abwesenheit. Wie kann man das erlernte und erlebte verarbeiten und in seinen neuen alten Alltag einbauen? Es gibt Patenprogramme für Rückkehrer, insbesondere in Firmen die einen ins Ausland geschickt haben. Gut ist auch, wenn man schon während des Auslandsaufenthalts mit der Firma und auch Freunden und Bekannten im regen Kontakt bleibt. Man sollte sich selbst die Zeit geben, die Weiterentwicklung zu reflektieren und zu verarbeiten. Normalerweise braucht man um die 4-12 Wochen (und auch länger), um sich wieder einzuleben. Es kann auch helfen, sich Unterstützung zu suchen.  Es gibt soziale Dienste, Kirchen und Gemeinden die Unterstütztungsprogramme anbieten, damit man wieder Fuß fassen kann in seiner alten neuen Heimat. Auch findet man oft auf Facebook (und andere Social Media Plattformen) Gruppen, die zum Austausch anregen. Dort kann man auch praktische Probleme wie Renten- oder Krankenversicherung, Meldeangelegenheiten, Wohnungssuche und vieles mehr ansprechen.