Esskultur: Britische Küche

Fish’n’Chips für Anfänger

Wenn man überlegt, wo leckere Gerichte herkommen, denkt man nicht gerade als erstes an Großbritannien. Die britische Küche besteht, so denken die Deutschen oft, aus fettigen und deftigen Gerichten. Das zeigt sich schon beim Frühstück. Ein ”English Breakfast” besteht aus Würstchen, Bacon (Speck), baked beans (Bohnen in roter Sauce), Black Pudding (eine Art Blutwurst) und noch andere Feinheiten, die der deutschen Gaumen eher fürchtet. Wenn es nicht herzhaft am Morgen wird, dann gibt es Porridge, einen Haferbrei. Zum Mittagessen gibt es nur ein belegtes Brot mit labberigen Toastscheiben, ein sogenanntes Sandwich, und zum Abendbrot gibt es Fast Food. Dazu jede Menge Bier bis nichts mehr passt (auch nicht die Hosen). Das ist zumindest das Vorurteil.

Gar nicht so anders

Wenn man genau hinschaut ist die englische Küche der deutschen Hausmannskost gar nicht so fremd. Traditionell essen die Engländer, wie wir Deutschen, gerne Kartoffeln. Die gibt es in vielen Varianten: Kartoffelbrei, Backkartoffeln, gebratene Kartoffeln (roast potatoes), Pommes, etc.. Letztere sind als Chips zu finden. Nicht zu verwechseln mit den deutschen Chips, die in England in kleinen Tüten als Crisps verkauft werden.

Außerdem isst man in England traditionell gerne Fleisch, z. B. als Sunday Roast, der Sonntagsbraten. Das kennt man in Deutschland auch sehr gut. Dazu gibt es oft Yorkshire Pudding, eine englische Spezialität. Dabei handelt es sich nicht um einen süßen Nachtisch, sondern um ein ungesüßtes Gepäck aus Mehl, Eiern, Milch und Fett, das als Beilage gereicht wird. Generell sollte man in Großbritannien bei ”Pudding” nicht unbedingt an den in Deutschland beliebten Schokopudding denken. Das Wort wird recht vielfältig eingesetzt und beschreibt oft auch Fleischspeisen.

Leckereien von Frühstück bis Nachtisch

Was man auf jeden Fall mal ausprobieren sollte sind die folgende Gerichte:

English (oder auch Irish) Breakfast – besonders gut schmeckt es nach einer langen, durchzechten Nacht. Ein echter Kater-Killer. Gibt es auch als vegetarische Variante, die ist natürlich nicht ganz so authentisch.

Porridge – es klingt nicht verlockend, ist aber ein guter Füller für einen langen Tag, der noch vor einem steht. Es gibt viele Beilagen (z.B. Waldfrüchte, Joghurt und Honig), die den Porridge geschmacklich versüßen.

Sunday Roast, Bangers und Mash, Fishpie, Stew sind Klassiker, die man gut im Pub bekommt. Fish’n’Chips bekommt man beim besten ”Chippy” der Stadt. Dazu lässt man sich am besten von den Einheimischen im Pub Tipps geben.

Nachmittags nimmt man gerne einen Scone mit Schlagsahne und Marmelade und eine Tasse Tee ein, ganz wie die Queen. Wer es nicht süß mag greift zum Gurken-Sandwich. Alle Art von Kuchen insbesondere Crumbles (Früchte mit Streuseln ”überbacken”, ohne Teigboden) sind oft mit viel Sahne und sehr süß vorzufinden. Um Weihnachten rum gibt es Mince Pies, die wieder erwartend des Namens kein Hackfleisch (mince) beinhalten, sondern oft viele Rosinen und einen Schuss Brandy oder Rum. Banoffee Pie ist noch eine Spezialität, die man einfach mal probieren muss.

Jamie Oliver

Dem einen oder anderen ist dieser Koch vielleicht schon mal begegnet. Bekannt wurde Jamie Oliver als „The naked Chef“, in der er einfache aber leckere Gerichte in der Kochsendung zubereitet und somit für Jedermann zugänglich macht. Mit diesem Konzept ist er sehr erfolgreich geworden und hat viele Kochbücher und Kochsendung mit verschiedenen Themen veröffentlicht. Es lohnt sich ein Blick reinzuwerfen, wenn man sich auf die englische Küche vorbeireiten möchte. Da kann auch ein Sandwich aufregend werden.

Multikulti Küche

Das britische Weltreich brachte die Briten in ferne Ländern und kulinarische Spezialitäten nach Großbritannien. In London hat sich eine ganz eigene Art von lokaler Küche entwickelt. Die vielen Einwanderer haben über die Jahre ihre Spuren hinterlassen. So kann man sehr gut vietnamesisch, pakistanisch, türkisch, japanisch und insbesondere indisch essen.

Es ist also auch nicht schwer, die traditionelle britische Küche zu meiden. Trotzdem lohnt es sich auf jeden Fall die Klassiker zu probieren.

 

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