Das Rendezvous im Ausland: So verliebt man sich auf Malta

Andere Länder – andere Sitten, das gilt auch fürs Verlieben! Gerade in den südlicheren Ländern unterscheidet sich der Prozess des Kennenlernens von den Gepflogenheiten Deutschlands.

Das Kennenlernen

Während das Kennenlernen in Deutschland eher auf passiver Ebene stattfindet oder aber Apps als Hilfsmittel hinzugezogen werden, läuft das Ganze im Mediterranen Raum noch um einiges lockerer, aber auch offensiver ab. Hierzulande wird die große Liebe oftmals über Bekannte und Freunde kennengelernt. Anschließend lässt man einige Zeit verstreichen bevor man vorsichtig sein Interesse an der anderen Person zeigt. Auf Malta findet der Erstkontakt in jeder beliebigen Situation statt. Ob auf Partys, auf der Straße, beim Einkaufen oder im Bus – gefällt eine Person, wird sie angesprochen. Für gewöhnlich ist es der Mann, der den ersten Schritt macht.

Dating

Wenn das gegenseitige Interesse erst einmal durch den Austausch der Kontaktdaten bekundet ist, verabredet man sich am Mittelmeer schnell auf ein Date. Standard Wartezeiten gibt es bis zur ersten Verabredung nicht. Der Kinobesuch, das romantische Abendessen, der Spaziergang in der Natur: die typische Wahl für das erste Date fällt wahrscheinlich weltweit auf einen dieser Klassiker.

Auf Malta findet während des ersten Dates kein distanziertes und unterkühltes Kennenlernen statt. Man muss nicht zwischen den Zeilen lesen können. Es wird geflirtet was das Zeug hält und man darf sich schnell über viele Komplimente freuen. Die magische Atmosphäre der Insel tut ihr übriges.

Ein weiterer Unterschied zum Rendezvous in Deutschland macht sich erst gegen Ende des Dates bemerkbar: Während es hierzulande nicht überraschend ist, wenn die Frau selbst bezahlt, ist diese Variante auf Malta nahezu undenkbar. Hier scheint die noch traditionellere Rollenverteilung des Südens durch: Die Malteser lassen es sich nicht nehmen ihrer Zukünftigen das Essen zu spendieren.

Die Beziehung

In Deutschland geht man Beziehungen gerne langsam an. So findet erst einmal eine ausgedehnte Phase des Kennenlernens statt. Dann gibt man dem, bis dahin nicht mehr ganz neuen Partner, mittels einer gemeinsamen Wohnung die Chance sich als zukünftiger Ehemann oder Ehefrau zu beweisen. Zur Sicherheit wartet man dann das verflixte siebte Jahr ab bevor man den Schritt zur Ehe oder dem gemeinsamen Nachwuchs geht. Viele Paare legen auch gar keinen Wert auf das Heiraten.

Auf Malta hingegen ist die Ehe tief in der Tradition verankert. Die kirchliche Hochzeit ist zumeist genauso wichtig wie die Standesamtliche. Es werden schnell Nägel mit Köpfen gemacht. Wenn die Liebe erst einmal gefunden ist lässt die Verlobung mit einem teuren Ring und einer großen Verlobungsfeier nicht lange auf sich warten. Hochzeiten fallen riesig aus, 400 + Gäste sind nicht ungewöhnlich und es werden keine Kosten gescheut. Der erste gemeinsame Haushalt wird in der Regel hinterher gegründet. Des Weiteren spielt der Familienzusammenhalt im mediterranen Raum eine größere Rolle und wird in Form von regelmäßigen gemeinsamen Essen konstant gepflegt. Man heiratet die Familie mit und zukünftige Kinder sind in jedem Falle auch bei berufstätigen Eltern versorgt.

Die Tradition spielt auf Malta zwar eine große Rolle, allerdings sind die Malteser ein sehr aufgeschlossenes Volk. Außerdem hat sich in den letzten Jahrzehnten durch den wachsenden Tourismus und die vielen Zuwanderer, die Malta als den Schatz des Mittelmeeres erkannt haben, eine kulturelle Vielfalt ergeben. Diese macht die besagten Punkte eher zu Tendenzen als zu Regeln. Erlaubt ist was glücklich macht und die Basis auf Malta, wie auch in Deutschland, ist der gegenseitige Respekt.

 

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