Checkliste für die ersten Tage im Ausland

Alle Koffer sind gepackt, das Leben in Deutschland ist in Kisten verstaut, die Wohnung abgegeben, alle Verträge wurden gekündigt und alle Abmeldungen getätigt. Endlich beginnt der nächste Schritt des neuen Abenteuers. Angekommen im Ausland, warten weitere organisatorische und bürokratische Aufgaben auf einem. Unsere Checkliste zeigt dir, woran du in den ersten Wochen in deinem neuen Zuhause denken solltest:

Arbeitserlaubnis

In Ländern außerhalb der EU brauchst du eine Arbeitserlaubnis. Das hängt davon ab, welchen Pass du besitzt und in welchem Land du arbeiten willst. Oft findet man die betreffenden Informationen auf der Seite der jeweiligen Botschaft oder auch bei Bürgerberatungsstellen. Bevor du dich entscheidest auszuwandern, solltest du natürlich genau wissen ob eine Erlaubnis benötigt wird und was die Voraussetzungen sind. Wenn dein Antrag bestätigt ist solltest du bei der Einreise prüfen, unter welchen Voraussetzungen sie gilt und welche anderen Bedingungen gelten.

Am neuen Wohnort anmelden und eine Identifikationsnummer besorgen

In Deutschland gibt es das Einwohnermeldeamt oder auch Bürgeramt, bei dem man sich an- und abmelden sollte, wenn man umzieht. Innerhalb Deutschland ist das kein Problem. Wenn man ins Ausland zieht sollte man sich erstmal darüber informieren, wie es in dem jeweiligen Land abläuft, denn jedes Land hat andere Regelungen. Nach dem Anmelden sollte man sich Identifikations- oder Steuernummer holen. In Deutschland ist es die Sozialversicherungsnummer, in Schweden zum Beispiel die Personnummer wichtig und in Spanien kommst du ohne die NIE nicht weit. Eine Steuernummer benötigst du, wenn du in dem Land anfängst zu arbeiten. Ohne Nummer, kein Gehalt. Mit einer offiziellen Identifikationsnummer werden viele organisatorische Dinge einfacher, z. B. Verträge abschließen. Welche Unterlagen zur Beantragung benötigt werden, hängen von den Ländern ab. Meist benötigt man eine Bestätigung, dass man arbeitet oder dass man einen Wohnsitz im Land hat.

Mietvertrag unterschreiben

Die Wohnungssuche ist natürlich einer der wichtigsten Punkte auf der To-Do Liste. Die Suche kann schon von Deutschland aus begonnen werden. Am besten sucht man aber vor Ort oder hat jemanden vor Ort dem man vertraut. Niemals Geld im Voraus überweisen, ohne die Wohnung gesehen zu haben. Es gibt zu viele Betrüger im Internet, die es auf Auswanderer abgesehen haben. Wenn du eine Wohnung gefunden hast und den ”Zuschlag” bekommst, musst du den Mietvertrag unterschreiben. Da die Verträge oft in der Landessprache geschrieben sind, ist ratsam jemanden an der Seite zu haben, der den Vertrag übersetzen kann. Man sollte ruhig etwas misstrauisch sein und im Internet recherchieren, was erlaubt ist und was vielleicht eher unpassend ist. Auch wenn man nur als Untermieter in einer Wohnung oder WG wohnt, ist es gut einen Vertrag zu haben. Sonst landet man vielleicht unerwartet auf der Straße.

Wichtig: Leider gibt es Personen, die die Unwissenheit von Ausländern ausnutzen. Deshalb sollte man aufmerksam sein und sich gut informieren, im Internet, bei anderen Expats oder Arbeitskollegen.

Konto eröffnen

Vor allem in Euro-Ländern kann man in den ersten Wochen weiterhin das deutsche Konto benutzen. Aber meisten ist es besser ein Konto vor Ort zu haben, besonders wenn die Währung eine andere ist. Viele Arbeitgeber bevorzugen eine lokale Bankverbindung, damit das erste Gehalt überweisen werden kann. Es lohnt sich Banken zu vergleichen und auch besonders darauf zu achten, welche Vorteile ein Konto für internationale Kunden hat. Manche Banken bieten zum Beispiel an, dass man kostenlos im Ausland Geld abheben kann. Es lohnt sich, sich mit anderen Expats, zum Beispiel in Foren oder Facebook Gruppen auszutauschen, um herauszufinden, was die günstigste Lösung ist. Welche Unterlagen benötigt werden unterscheidet sich wieder von Bank zu Bank. Manchmal reicht ein Identifikationsnachweis, manchmal benötigt man vielleicht eine Meldebescheinigung oder noch weitere Unterlagen.

Telefon/Internet

Erreichbarkeit ist in den ersten Tagen sehr wichtig. Du solltest für deine Familie zu Hause erreichbar sein, aber auch für deinen neuen Arbeitgeber oder Vermieter. Hier gibt es viele Optionen und Angebote. Man kann eine Prepaid-Karte für das Handy kaufen oder gleich einen Vertrag abschließen. Wichtig ist auch, das Internet in der neuen Wohnung zu aktivieren. Vielleicht gibt es Angebote für kombinierte Handy- und Internetverträge oder dein Vermieter hat spezielle Angebote für deinen Internetanschluss. Auch hier gilt: vergleichen und sich mit anderen austauschen.

Krankenversicherung

Nicht in jedem Land braucht man wie in Deutschland eine Krankenversicherung, um arbeiten zu dürfen. Wenn man nur kurzfristig im Ausland leben möchte, macht es vielleicht Sinn, die deutsche Krankenversicherung weiter bei zu behalten, bis man wieder zurückkommt. Es empfiehlt sich aber zu prüfen, welche Kosten von der Versicherung übernommen werden und wie viel. Manche Krankenkassen bieten extra Auslandsversicherungen an, die einen besseren Schutz bieten. Wenn man mit offenem Ende ins Ausland zieht, sollte man sich informieren, was in dem jeweiligen Land Standard ist und was man genau als Abdeckung braucht. Ähnliches gilt für Lebens- und Unfallversicherung. In vielen Ländern ist eine Krankenversicherung Pflicht. Es kann auch sein, dass du automatisch staatlich versichert bist, wenn du ein Arbeitsstelle antrittst.

Lebenshaltungskosten prüfen

Um in den ersten Wochen nicht den Überblick zu verlieren und das Budget hemmungslos zu überziehen, ist es ratsam Ausgaben zu notieren. Wenn du auflistest wie viel du wofür ausgibst, bekommst du gleich einen Überblick welche Ausgaben monatlich auf dich zukommen werden. Besonders in den ersten Wochen sind die Ausgaben meist höher als nach ein paar Monaten. Zum einen kennt man noch nicht die günstigsten Supermärkte oder Restaurants, zum anderen kommen einmalige Ausgaben dazu, z. B. für Möbel, Anschlussgebühren für Internet oder auch Versicherungen.

Umfeld kennen lernen

Damit du nicht gleich am ersten Tag zu spät kommst solltest du dir deinen neuen Arbeitsweg bereits am Vortag genau angucken. Wie ist der Verkehr, wie oft kommt der Bus oder wie lange dauert es zu Fuß? Wenn du den Weg bereits vor deinem ersten Arbeitstag kennst, hast du schon eine Sorge weniger und kannst gelassen in den Tag starten. Schau dir auch deine Wohngegend in Ruhe an. Geh um die Ecke spazieren, trau dich in den kleinen Kiosk rein, um zu verstehen wie die Welt hier tickt und wie du hier reinpassen könntest. Es ist gut zu wissen, wo der nächste Supermarkt ist, wo man einen Spielplatz für die Kinder findet oder wo die nächste Bushaltestelle ist.

Viel Spaß beim Einleben!

 

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