Auswandererblues: Tipps gegen Heimweh

Wer im Ausland lebt, macht sich häufig vor allem in der Anfangsphase kaum Gedanken über Heimweh. Schließlich steht ein neuer Lebensabschnitt an, es beginnt das Abenteuer Ausland und Neugierde und Vorfreude überwiegen. Mit der Zeit kann sich das Gefühl aber ändern und Gründe für Heimweh gibt es viele: Vielleicht fällt es doch schwerer als gedacht, neue Freundschaften zu schließen, außerdem verpasst man wichtige Feierlichkeiten von Freunden und der Familie zu Hause und im Job kommt es auch zu ersten Reibereien.

Was du tun kannst, wenn dich der Auswandererblues packt, erfährst du hier. Mit diesen Tipps kannst du dich hoffentlich bald wieder wohl und ein bisschen heimischer fühlen.

Gesellschaft suchen

Neue Freundschaften lassen uns das Heimweh schnell vergessen. Sie bringen uns auf neue Gedanken und bieten die Möglichkeit, die Freizeit gemeinsam zu gestalten. Es braucht natürlich etwas Zeit, neue Freundschaften zu schließen, doch die Mühe lohnt sich.

Eine gute Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen, findest du in deinem beruflichen Umfeld. Doch es gibt noch viele weitere Alternativen: Besuche zum Beispiel Foren für Auswanderer, melde dich für einen Sprachkurs an oder gehe einem neuen Hobby nach, bei dem du Menschen mit ähnlichen Interessen triffst.

Kontakt nach Hause

Für viele Auswanderer ist es wichtig, den regelmäßigen Kontakt in die Heimat zu pflegen. Es ist tröstlich, vertraute Stimmen von den Freunden und der Familie zu hören. Besonders dann, wenn wir schwierige Zeiten durchmachen, hilft uns die Vertrautheit. Gleichzeitig sollte man es mit dem Kontakt in die Heimat nicht übertreiben, denn so besteht dir Gefahr, dass man sich nie richtig in seinem neuen Umfeld einfindet. Stundenlange und tägliche Telefonate wecken dann häufig nur noch mehr das Verlangen nach der Heimat und nehmen uns die Chance, im Hier und Jetzt nach Lösungen und neuen Ansprechpartnern zu suchen.

Erinnerungen mitnehmen

Manchmal hilft es, vertraute Gegenstände oder Fotos bei sich zu haben. Du kannst dir zum Beispiel Bilder von deinen Freunden zu Hause ausdrucken, mit denen du positive Erinnerungen verbindest. In einsamen Momenten spenden diese Erinnerungen Trost und erinnern uns daran, dass wir nicht allein sind.

Neue Hobbys finden

Auch wenn du dich vielleicht noch ein wenig einsam fühlst: Nur in der Wohnung sitzen macht nicht glücklich. Neuen Hobbys kannst du auch allein nachgehen und mit etwas Glück sogar Menschen dabei kennenlernen, die deine Interessen teilen. Melde dich zum Beispiel im Fitnessstudio an und werde aktiv. Das tut deinem Körper gut und sportliche Aktivität macht nachweislich glücklich.

Die Gegend erkunden

Ein ganz praktischer Tipp ist, auf Entdeckungstour zu gehen. Wenn du dich mit deiner neuen Heimat noch nicht ganz anfreunden kannst und sie dir immer noch fremd erscheint, macht es Spaß, einfach mal aufzubrechen und die neue Umgebung zu erkunden. Dadurch bist du abgelenkt und sammelst neue Eindrücke, während du dein neues Zuhause gleichzeitig ein bisschen besser kennenlernst.

Verwöhne dich

Es ist völlig in Ordnung, ab und zu traurig zu sein. Auswandern ist nicht immer leicht und wir müssen uns Zeit für uns nehmen. Ein weiterer Tipp ist deshalb, dass du dich bei Heimweh richtig verwöhnst. Gönne dir eine Auszeit, verbringe zum Beispiel den ganzen Tag mit Tee und einem guten Buch auf der Couch oder lasse dich ausgiebig massieren. Auch gutes Essen macht glücklich: Vielleicht gibt es in deiner Stadt ja sogar ein Restaurant oder einen Laden mit deutschen Köstlichkeiten, die dein Heimweh etwas lindern könnten?

Ferien in der Heimat

All die Tipps helfen nicht und das Verlangen nach der Heimat ist noch immer sehr stark? Kein Problem, auch das ist völlig normal. Es ist immer ratsam, zunächst zu versuchen, mit ein wenig Heimweh umgehen zu lernen, um dem neuen Zuhause eine Chance zu geben. Es spricht aber dennoch nichts dagegen, die Familie und die Freunde in Deutschland zu besuchen, wenn wir unsere Geliebten zu sehr vermissen. Eine Woche Urlaub in Deutschland kann das Heimweh möglicherweise schnell kurieren, sodass wir anschließend voller Vorfreude in unsere neue Heimat zurückfahren.

 

Photo by Joshua Reddekopp