Arbeiten in den ländlichen USA: Tipps (nicht nur) für den Berufsalltag

Howdy, lieber Leser! Eine Frage zum Einstieg: Was hast du vor deinem geistigen Auge, wenn du an einen Arbeitsaufenthalt im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ denkst? Wahrscheinlich die urbanen Küsten-USA: Los Angeles, das Silicon Valley oder die gigantische Metropolregion namens Boswash, die von Boston bis hinunter nach Washington D.C. nicht weniger als 45 Millionen Menschen umfasst.

Das ist in der Tat der eine Teil der USA. Und es ist derjenige, der für uns Außenstehende symbolhaft für die ganze Nation steht. Doch in einem Land mit derartiger Fläche kann es durchaus auch passieren, dass du einen Arbeitgeber in jener Region findest, die von den Küstenbewohnern neutral bis spöttisch „Flyover Country“ genannt wird: Land, welches man bestenfalls bei einem Transkontinentalflug überfliegt, das aber einen erheblichen Anteil an der US-Landmasse und den -Bundesstaaten ausmacht, da es von Idaho im Nordwesten bis nach South Carolina im Südosten reicht.

As a matter of fact: Prinzipiell gehört praktisch alles dazu, was nicht unter die großen Metropolregionen dieses Landes fällt – und das ist sehr, sehr viel. Selbst an den Rändern dieser Metropolen kann es schon genauso ländlich (im soziokulturellen Sinn) zugehen wie mitten in den Ozark Mountains zwischen Arkansas und Missouri.

Hier zu leben und zu arbeiten bedeutet, sich in einem Umfeld zu befinden, in dem die Uhren einfach anders ticken; ein tatsächlich „anderes Amerika“, auch im Business-Bereich. Um dich gut zu integrieren und vor allem die einheimischen Kollegen nicht zu brüskieren, solltest du einige Dinge beherzigen, die so in den urbaneren USA nicht oder nur eingeschränkt gelten.

 

1. Kenne die ungeschriebenen goldenen Regeln

Ungeschriebene Regeln gibt es in jedem Land, jeder Kultur. Da macht auch Flyover Country keine Ausnahme. Sie zu kennen und zu beherzigen ist eine Bringschuld deinerseits.

Die ländlichen USA liegen in vielerlei Hinsicht zeitlich zurück

Straße in den USA

Stock.adobe.com © nejdetduzen

Wenn du in New York oder San Francisco lebst, wird dir als Mitteleuropäer manches so vorkommen, als hättest du einen Zeitsprung nach vorn gemacht, zumindest aber gleichwertig. In Flyover Country wird es vielerorts umgekehrt sein. Das gilt in zweierlei Hinsicht:

  • Zum einen aus einem technischen Blickwinkel. Elektroautos, Smart Watches, alternative Transportmöglichkeiten und Energiesparmaßnahmen, ja selbst Mülltrennung sind hier in der Masse nicht bloß noch nicht angekommen, sondern werden von vielen Bewohnern rundweg abgelehnt oder zumindest mit Desinteresse behandelt.
  • Zum anderen aus einer soziokulturellen Sicht. Nicht, dass alle Bewohner dieser Riesenregion komplett rückständige Rednecks wären. Allerdings pflegen viele dennoch gewisse Haltungen und Ansichten, die in Europa oder in den US-Metropolen als veraltet oder überkommen gelten.

Und auch wenn wir keine Klischees pflegen wollen, so solltest du dir auch bewusst sein, dass hier die Prozentzahlen von Einwohnern, die einen ziemlichen Alltagsrassismus pflegen, deutlich höher sind als im Rest des Landes. Auch hierbei gilt: Längst nicht alle sind so, aber deutlich mehr als in den Metropolen.

 

Die Bevölkerung ist in der Masse sehr konservativ

Sicherlich hast du im Umfeld von US-Präsidentschaftswahlen schon von Red States und Blue States gehört. Also Staaten, die eher den Republikanern oder den Demokraten zugeneigt sind. Tatsächlich umfasst dies aber nicht nur Staaten, sondern jedes einzelne County. Wirf beispielsweise einen Blick auf die Karte der 2020er Präsidentenwahl. Was dort eindeutig blau ist, deckt sich verblüffend mit der weiter oben verlinkten Karte der US-Metropolregionen und den großen Städten außerhalb davon. Umgekehrt liegen die rotschattierten Counties weitgehend in Flyover Country.

Einsatz von Waffen in den USA

Stock.adobe.com © ownza

Das heißt, nicht alle, aber eben ein Großteil der Country-Amerikaner ist „etwas“ bis „sehr“ konservativ eingestellt. Liberalismus nach europäischer Prägung lehnen sie eher ab. Das erstreckt sich nicht nur auf geschlechtliche Rollenbilder, sondern wirklich alles, was man als konservativ definieren kann. Für deinen Alltag werden dabei vor allem die folgenden Punkte bedeutsam sein:

  • Die auch im Beruflichen streckenweise gering ausgeprägte Bereitschaft, Neues auszuprobieren, sofern das Alte sich bewährt hat – never change a winning team.
  • Ein gewisser America-First-Chauvinismus. Er kann sich auch in einer Geringschätzung anderer Länder und deren Bewohner ausdrücken.
  • Kritische Einstellungen gegenüber alternativen Lebensmodellen sowie -Orientierungen.
  • Ein umfassender Marktliberalismus in Verbindung mit der Ansicht, der Staat möge sich maximal aus allen Privatangelegenheiten heraushalten.
  • Eine sehr große Rolle der Religion, auch für den gemeinschaftlichen Zusammenhalt. Selbst in kleinsten Dörfern wirst du problemlos gleich mehrere Kirchen irgendeiner protestantischen Glaubensströmung finden – und sie alle sind sonntagvormittags meist brechend voll.
  • Die Rolle von Waffen. Die US-Staaten mit den liberalsten Waffen- und Selbstverteidigungsgesetzen liegen allesamt in Flyover Country. Sehr viele Menschen führen hier offen oder – häufiger – verdeckt Schusswaffen mit sich, haben sie auch zuhause und sind gewillt, sie für Spaß und Ernst einzusetzen. Das liegt zum Teil auch daran, dass hier die Jagdgesetze völlig anders sind und das Mitmachen bei der Hunting Season ein absoluter Breitensport ist.

Ebenfalls enorm wichtig ist die Rolle von Privatbesitz. Viele Menschen hier, selbst die weniger konservativen, denken und handeln getreu dem Motto my home is my castle. Ihren Besitz ohne Erlaubnis zu betreten, zu fotografieren oder anderweitig die Privatsphäre zu verletzen, kann dich sehr schnell in die Bredouille bringen.


Fluchen gehört dort noch weniger zum guten Ton als an der Küste

Den Mund eines fluchenden Kindes mit Seife auszuwaschen, ist auch in Flyover Country glücklicherweise nur noch eine Erinnerung. Das heißt allerdings nicht, dass man hier nun ein loses Mundwerk hätte – im Gegenteil.

Generell solltest du dir merken, dass alles, was nach einem Fluch klingt sowie auch religionsbezogene Ausrufe (oh my god, goddamned usw.) hier sehr kritisch gesehen werden – auch am Arbeitsplatz.


Never debate religion or politics!

typische Stadt in den USA

Stock.adobe.com © SeanPavonePhoto

Dass die offenen Einstellungen der Küste auch heute noch nicht ihren Weg ins Herzland gefunden haben, liegt daran, dass viele Einwohner sich aktiv verweigern. Sie wissen absolut, dass ihre Sicht der Dinge nur eine Option ist. Allerdings sind sie nicht bereit, darüber zu debattieren – ganz besonders nicht mit Ausländern.

Es gilt deshalb die weitere goldene Regel, dass du, vor allem in Sachen Politik, Religion und damit verwandten Themen, einfach schweigen solltest, wenn du nicht zustimmen kannst. Bedenke immer, du bist zum befristeten Arbeiten hier, nicht zum Missionieren.


Halte dich mit deutschen Moralvorstellungen zurück

Es mag dir merkwürdig vorkommen, dass dein verheirateter männlicher Flyover-Supervisor niemals mit anderen Frauen allein in einem Raum sein möchte und dass die Kollegen im Aufzug zu Boden schauen. Vielleicht findest du es schräg, dass im Restaurant eine normale Familie am Nebentisch laut betet, bevor sie isst. Und sicherlich wirst du ein großes Fragezeichen im Gesicht haben, wenn du bei Walmart Groceries kaufst und vor dir an der Kasse jemand eine riesige Pistole am Gürtel trägt.

All das mag sein, aber dennoch solltest du, um deines Standings Willen, deine deutschen Moralvorstellungen im Kopf behalten. Wie bereits gesagt: Wenn die Einheimischen diese gut fänden, würden sie sie anwenden.

 

2. Tipps für die Arbeit

Wenn du die Regeln aus dem ersten Kapitel beherzigst, wirst du generell die größten Stolpersteine umschiffen. Besonders auf der Arbeit solltest du jedoch noch mehr tun, kennen – oder unterlassen.


Deutsche Pünktlichkeit wird hier sehr gern gesehen…

Viele Flyover-Bewohner trennen Beruf und Freizeit strikt. Bei letzterem musst du davon ausgehen, dass vereinbarte Uhrzeiten von vielen nur als Richtlinien angesehen werden. I’ll be over at four kann ebenso gut bedeuten, dass jemand erst um viertel vor Fünf bei dir auftaucht.

Im Beruf gilt jedoch das genaue Gegenteil. Hier ist die Uhr dein bester Freund und du solltest alles heraussuchen und anwenden, was du jemals über deutsche Pünktlichkeit gelernt hast.


…deutsche Direktheit hingegen deutlich weniger

Geschäftsamerikanischer Mann

Stock.adobe.com © Rasto

Wir Deutschen und unsere Neigung, Kritik direkt und unumwunden auszusprechen. Das mag fraglos hierzulande und in manchen kosmopolitischen Firmen der Metropol-USA eine Tugend sein und in der (Berufs-)Praxis echte Vorteile haben. Over yonder, down inna country hingegen ist direkte Kritik eher ein ziemlich rüpelhaftes Verhalten.

Natürlich, dass du etwas kritisierst, wird von dir beruflich erwartet. Schließlich sind viele Amerikaner ausgesprochene Optimierer. Aber wenn du es tun musst, dann:

  • …bloß nicht direkt an eine Person gerichtet, selbst wenn sie alleinverantwortlich ist.
  • …scheibchenweise und mit höflichen Worten. Besser this issue could be optimized anstatt this won’t work at all.

Bedenke immer, auch jemand, der etwas falsch macht, hat Arbeit darin investiert. Diese rundweg vom Tisch zu wischen, ist durchaus unhöflich.


Der Vorname ist kein Anlass zum Duzen

Call me Brian please, not Mister Basker. In vielen Unternehmen wird man dir recht schnell den Vornamen anbieten. Allerdings solltest du dies keinesfalls als Nachweis einer modernen Startup-Duzkultur missinterpretieren. Hier zeigt sich für non-native Speakers die Schwierigkeit, dass es im Englischen nur you anstatt Sie oder Du gibt und im Deutschen die Verbindung von Sie plus Vorname eher ungewöhnlich ist.

Der Trick lautet:

 

Das klingt komplexer als es ist. Nach wenigen Tagen im Dauer-Englisch-Modus wirst du den Dreh raushaben. Apropos Dauer-Englisch:

Von y’all über fixin‘ bis over yonder: Lerne den ländlichen Slang

Verkehrsschild

Stock.adobe.com © Henryk Sadura

Dass es zwischen dem britischen Englisch, das wir Deutschen in Aussprache und Schrift in der Schule lernen, und dem amerikanischen Englisch sowieso teils himmelweite Unterschiede und sehr viele genuine Slang-Begriffe gibt, dürfte dir geläufig sein. Allerdings gibt es ebenso tiefgreifende Unterschiede zwischen dem Englisch der ländlichen und der urbanen USA. Besonders stark ist der Unterschied in den Staaten südlich der Mason-Dixon-Line, jedoch nicht nur im Deep South, sondern in den erweiterten Südstaaten. Hier existieren Wörter und Phrasen, die man wirklich nirgendwo sonst benutzt – zumindest nicht alltäglich.

Nehmen wir den Klassiker I’m fixin‘ to… Damit meint jemand, dass er aktuell im Begriff ist, irgendetwas anderes zu tun – das kann vom Gang zum Kopierer bis zu in der Zukunft liegenden Projekten vieles bedeuten.

Auch Y’all für You all ist country drawl vom Feinsten. Ebenso wie I’m hankerin‘ for, das ausdrückt, dass jemand ein (starkes) Verlangen nach irgendetwas hat. Da es sich dabei um Alltagsbegriffe handelt, werden sie dir höchstwahrscheinlich auch im Beruf begegnen. Frag gerne im Zweifelsfall nach. Besser ist es jedoch, wenn du diesen sehr speziellen Englischkurs in deine Reisevorbereitungen integrierst. Übrigens: Over yonder ist bestes Südstaatenenglisch für dort drüben.


Cowboyhut zum Sakko? Eine heikle Entscheidung

Die konservative Grundeinstellung erstreckt sich auch auf die (Berufs-) Bekleidung. Jenseits des Casual Friday solltest du deshalb als Mann immer Schlips und Hemd tragen und als Frau die Knie und Schultern bedecken. Doch auch wenn du manche gutgekleideten Personen sehen wirst, die beispielsweise zum Anzug Western-artig wirkende Boots tragen, vielleicht sogar Bolo Tie statt Schlips und einen Cowboyhut, solltest du dies eher nicht machen.

Das ist selbst in Flyover Country im Beruf eher etwas für Einzelne. Als Ausländer könntest du damit anecken oder zum Ziel von Spott werden.


3.Tipps für die Freizeit

Life ain’t all work and no play. Getreu diesem Motto wirst du nach getaner Arbeit viel Freizeit haben. Auch dabei solltest du immer bedenken, wo du dich gerade befindest.


Schotte dich bloß nicht ab

American Football

Stock.adobe.com © coachwood

In vielen ländlichen US-Gebieten ist das Internet schneller als in mancher deutschen Großstadt. Du könntest also zwischen Dish, Roku, Netflix und Videotelefonie deine Freizeit problemlos allein verbringen. Unser Tipp: Mach das bloß nicht.

Denn so konservativ die Menschen hier auch sind, sie sind dennoch sehr offenherzig, wenn man sich wirklich für sie und ihre Lebensweise interessiert. Wenn freitagsabends im Herbst das ganze Städtchen zur örtlichen High School zieht, um dort die Schulmannschaft beim Football anzufeuern, dann mach mit. Und wenn deine Kollegen sich vor der Arbeit im Diner zum Frühstück treffen, nimm ebenfalls dort deine Stärkung ein.

Hier ist Lernen durch Abschauen eine wichtige Regel, um in dieser Gemeinschaft anzukommen. Und vielleicht stellst du sogar fest, dass die Sache mit der Kirche hier nicht nur der Religion dient, sondern vor allem dem gemeinschaftlichen Zusammenhalt – denn Community wird in Flyover Country deutlich größer geschrieben als wir es kennen.


Entdecke auch sehr genuine Freizeitaktivitäten

Hey, Andreas, wanna head out to the range with us this Saturday morning? Fragt dich dein Kollege. Was er meint: Er möchte dich mit auf den Schießstand nehmen. Das klingt für deutsche Ohren unglaublich strange, ist auf dem Land jedoch ein gängiges Freizeitvergnügen – sofern jemand nicht sogar einfach auf seinem eigenen Grundstück schießen möchte, was jenseits der City Limits fast überall möglich ist.

In Flyover Country werden dir viele solcher Aktivitäten begegnen. Sie reichen von jener ganz speziellen Kultur der Indian Casinos, die ausschließlich von US-Ureinwohnern betrieben werden (dürfen) und sich vor allem im ländlichen Raum befinden; sie erstrecken sich über Fishin‘, für das kein Angelschein nach deutschem Verständnis nötig ist und sie enden beim Muddin‘ längst noch nicht – also einem sehr schlammigen Vergnügen auf vier Rädern.

Auch hier gilt: Nicht alle Einwohner machen derartiges, aber bei vielen tendiert das Freizeitvergnügen in Richtung Outdoor und leichtem Entertainment. Und sollte dich jemand im Süden zu einem Fish Fry einladen, sag keinesfalls nein. So wirst du (frischen) Fisch sicherlich noch nie gegessen haben.


Sei äußerst vorsichtig mit Alkohol

Dosen Alkohol

Stock.adobe.com © apichart1609

Als Deutscher hast du in Geschichte vermutlich gelernt, dass in den USA die Prohibition 1933 abgeschafft wurde. Stimmt auch – allerdings nur auf Bundeslevel. Einzelnen Staaten und Counties blieb und bleibt es selbst überlassen. Zwar gibt es heute keine ganzen Dry States mehr, das gab zuletzt Mississippi anno 1966 auf. Wohl aber gibt es noch eine ganze Menge Dry Counties. Hier wird kein Alkohol verkauft.

Noch vorsichtiger solltest du allerdings generell mit Alkohol jenseits von öffentlichem Grund sein. An sehr vielen Orten gibt es Open-Container Laws. Hier kann es strenggenommen schon zum Problem werden, ein Sixpack Bier unter dem Arm zu tragen und erst recht, Alkohol offen zu konsumieren.

Sofern du die exakten Gesetze eines Countys nicht kennst, halte dich an folgendes:

  • Alkohol nur auf privatem Grund konsumieren (dazu zählen auch Bars).
  • Getränke im Laden immer in blickdichte Behälter verpacken (lassen).
  • Alkoholika am besten immer außer Reichweite im Kofferraum oder auf der Ladefläche transportieren; nicht beispielsweise auf dem Beifahrersitz.

Beachte auch, dass der Blutalkoholwert in den USA nicht in Promille, sondern Prozent gemessen wird – Point Oh Eight sind demnach nicht 0,08, sondern 0,8 Promille.


Vorsicht vor der Kalorienfalle

Es gibt durchaus einen Grund, warum es in den USA generell und in den ländlichen USA im Besonderen recht viele Übergewichtige gibt: Vor allem die einheimischen Lebensmittel sind dort äußerst „gehaltvoll“. Doch so gut Fried Catfish und Chicken Fried Steak auch schmecken, so sehr solltest du hier unbedingt auf deinen caloric intake achten. Das gilt vor allem, weil gerade zu Anfang sehr vieles auf dich unheimlich köstlich wirken wird – und die gigantische Produktvielfalt in den Gängen eines Walmart Supercenter trägt ihr Übriges bei.


Achte auch im Privaten peinlich auf deine Wortwahl

Zuletzt sei darauf hingewiesen, dass du auch jenseits des Firmengeländes auf deine Zunge achten solltest. Zwar sind viele ländliche US-Amerikaner in der Freizeit deutlich offener, aber längst nicht alle. Speziell bei Personen jenseits der 30, 40 solltest du weiterhin alle Regeln beherzigen, die wir dir weiter oben zum Thema Fluchen und Co. erläutert haben.

Das gilt zwar nicht universell; im Gegenteil, in der Freizeit sprudelt die profanity nur so aus manchen heraus. Aber auch das wird grundsätzlich nur unter Erwachsenen geschehen, wirklich niemals, wenn Kinder in Hörweite sind.


Zusammenfassung und Fazit – Arbeiten in den ländlichen USA

Die USA mögen zwar ein großes Land sein, in der Praxis sind die kulturellen Unterschiede zwischen der urbanen Küste und den ländlichen Weiten dazwischen aber noch größer als die zwischen Berlin und dem tiefsten Westerwald.

Vor allem ist es auch leicht, hier Fehler zu begehen. Denn wo man an den Küsten durch kosmopolitische Offenheit viel eher mit europäischen Sicht- und Herangehensweisen erfahren ist, sind die ländlichen USA immer noch eine ganz eigene Region. Auf der Hut solltest du deshalb zwar immer sein, aber dich keinesfalls abschrecken lassen – denn hinter der konservativen Fassade stehen Menschen, die sehr warmherzig sind, wenn man sich nur gewillt zeigt, ihre Regeln zu respektieren.