Arbeiten im Auslandssemester – Praktika im Ausland während des Studiums

Du möchtest nach ein paar Semestern am heimischen Campus endlich mal die Welt sehen – die Möglichkeit, im Rahmen des Studiums ein anderes Land zu besuchen kommt da wie gerufen. Das Auslandssemester ist ein wichtiger Teil von vielen Studiengängen – entweder optional oder verpflichtend. Schon viele Bachelor-Studiengänge beinhalten einen Auslandsaufenthalt als obligatorisches Modul, für gewöhnlich zwischen drei und sechs Monaten. Aber auch in anderen Fächern lässt sich ein Auslandssemester zwischenschieben, bei dem du auch in Form eines Praktikums arbeiten kannst. Die Arbeit im Ausland kann verschiedene Formen annehmen und bei der Organisation gibt es einige Dinge für dich zu beachten.

Das traditionelle Auslandssemester

Wenn man vom Auslandssemester redet, hast du vielleicht automatisch den Prototypen im Kopf: Anstatt den Vorlesungen am eigenen Campus studierst du für knapp ein halbes Jahr an einer Hochschule im Ausland. So kommst du zusätzlich zu fachlicher Weiterbildung, während du gleichzeitig eine fremde Sprache und Kultur enger kennenlernst.

Häufig werden dazu unterstützende Modelle herangezogen, die die Vermittlung für das Auslandssemester erleichtern. ERASMUS ist ein Bildungsprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes mit einer zugehörigen Förderung, das schon fast zum Synonym für ein Auslandsstudium geworden ist. Studenten werden damit unterstützt und ein Besuch einer Hochschule in vielen Ländern ermöglicht – teilweise sogar inklusive eigener Unterbringung.

In manchen Fachbereichen ohnehin praktisch

Ein Auslandssemester gehört in vielen Studiengängen fest dazu, einfach, weil die Auslandserfahrung Sinn macht. Besonders in sprachlichen Fächern (auch für das Lehramt) ist ein mehrmonatiger Auslandsaufenthalt verpflichtend.

Indem das Studium dann so lange in ein Land mit der jeweiligen Muttersprache verlegt wird, kannst du gänzlich in Sprache und Kultur eintauchen. So lässt sich insbesondere der gesprochenen Sprache der letzte Schliff verleihen – was im Hörsaal ohne Kontakt mit Muttersprachlern kaum möglich ist. Der Aufenthalt ist dann wie eine Vorlesung fester Teil des Studienganges und die Absolvierung bringt Credit-Points für den Abschluss.

Aber auch in anderen Studiengängen ist ein Auslandssemester möglich, indem du etwa auf freiwilliger Basis das gleiche oder ein ähnliches Fach für ein oder zwei Semester an einer Uni im Ausland weiterstudiert. Dabei ist es natürlich wichtig, dass du während des Studiums dort solche Kurse belegst, die in der Heimat anerkannt werden. Nur dann kommst du in dieser Zeit auch im Studium weiter.

Anstatt der Norm zu folgen lieber arbeiten gehen?

Lecture in universityDoch in diesem Artikel soll es nicht um den temporären Besuch einer internationalen Hochschule gehen, sondern um eine alternative Form des Auslandsaufenthaltes. Anstatt weiterhin die Zeit in Vorlesungssälen zu verbringen, wird Folgendes immer beliebter: Drei bis sechs Monate im Ausland zu arbeiten oder ein Praktikum zu absolvieren.

Von vielen Lehrstühlen werden diese Tätigkeiten für die Durchführung eines Pflichtaufenthaltes anerkannt – eventuell sind jedoch spezielle Auflagen zusätzlich zu beachten.

Fünf Gründe, die für ein Auslandspraktikum während dem Studium sprechen:

  • Pause vom Vorlesungssaal: Nach einigen Semestern hast du dir eine kurze Auszeit vom ständigen Zuhören, Mitschreiben und Lernen für Klausuren verdient. Daher ist es vielleicht nicht gewünscht, die Zeit im Ausland weiterhin an einer Hochschule zu verbringen. Bei einem Praktikum siehst du einmal etwas Anderes, bevor du für den Abschluss in den Hörsaal zurückkehrst.
  • Arbeitserfahrung sammeln: Nichts ist besser für den Lebenslauf und die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, als über eine längere Zeit einen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen. Nicht selten kann ein sechsmonatiger Aufenthalt in einem Unternehmen bereits als waschechte Berufserfahrung durchgehen.
  • Den Horizont erweitern: Nicht nur das tägliche Leben, auch die Arbeitskultur im Ausland ist anders. Häufig landet man in Einrichtungen oder Agenturen, die ohnehin viele junge Menschen aus aller Welt beschäftigen – diese kulturelle Fortbildung ist unbezahlbar und kann eine gute Vorbereitung für das moderne Berufsleben sein.
  • Working with computerVor Vollendung des Studiums Einblick in Karrieremöglichkeiten: Oft stellst du dir möglicherweise die Frage – wohin nach dem Abschluss? Master anhängen oder arbeiten gehen? Für eine Entscheidung kann die Perspektive fehlen – hast du jedoch bereits Arbeitserfahrung in einem Bereich gesammelt, der später eine Karrieremöglichkeit sein könnte, kannst du besser abschätzen, wo die Reise hingehen soll.
  • Einen Fuß in die Tür bekommen: Eventuell geht die Inspiration für die zukünftige Karriere sogar noch einen Schritt weiter. Machst du während dem Auslandspraktikum eine gute Figur und pflegst ein gutes Verhältnis zum dortigen Arbeitgeber, hast du gute Chancen, nach dem Studium dorthin zurückzukehren. Hin und wieder werden auch Praktikanten direkt im Anschluss rekrutiert und legen das Studium auf Eis, um einige Jahre Arbeitserfahrung zu sammeln.
  • Ein kleiner Kontrapunkt: Wenn du im Auslandssemester weiterhin studierst und möglichst viele Kurse aus dieser Zeit zuhause angerechnet werden, schaffst du es somit leichter, dich an die Regelstudienzeit zu halten. Besuchst du (außer den eventuellen Credit-Points für den Aufenthalt an sich) keine Vorlesungen, sondern arbeitest stattdessen, verlängert dies unter Umständen das Studium oder du musst in den Semestern davor oder danach etwas mehr leisten.

Um während des Auslandssemesters einer täglichen Arbeit nachzugehen, musst du dich natürlich entsprechend organisieren, um eine Stelle für die angesetzte Zeit zu finden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Das fachnahe Praktikum

In vielen Studiengängen macht es Sinn, sich mit einem Praktikum, das sehr direkt mit den Themen des Studiums zusammenhängt, fortzubilden. Dabei gibt es verschiedene Ausprägungen aus allen Fachbereichen.

Im Lehramt, geisteswissenschaftlichen und sozialen Studiengängen

Hier hast du sehr gute Chancen, da es überall auf der Welt viele sprachliche und soziale Einrichtungen gibt, die ständig nach helfenden Händen suchen. Dann solltest du dich beispielsweise an Sprachschulen, Internaten oder Kultureinrichtungen bewerben.

Schon vor Referendariaten kannst du im Lehramt praktische Berufserfahrung sammeln, indem du an Schulen und ähnlichen Einrichtungen im Ausland arbeitest. Da gerade in Lehrberufen der Umgang mit Menschen und vor allem Kindern ein wichtiger Teil ist, macht es Sinn, diesbezüglich möglichst viele Erfahrungen zu machen – beispielsweise als angehender Englischlehrer in einem irischen Internat zu praktizieren.

In Technik und Wirtschaft

Hier sind Auslandssemester in manchen Fällen vorgeschrieben und in jedem Fall äußerst wertvoll. In der heutigen Businesswelt auf globalisierter Ebene sind Sprachkenntnisse und Erfahrungen im Ausland ein großes Plus auf dem Lebenslauf. In international agierenden Unternehmen ist es sogar häufig eine wichtige Voraussetzung für die Einstellung, besonders, wenn Beziehungen zum Ausland zu pflegen zur Berufsbeschreibung gehört.

Doch im Normalfall wird dann an einer Partner-Universität weiter studiert. Nicht immer ist es möglich, diese Zeit mit einem Arbeitseinsatz zu verbringen – diesbezüglich kannst du dich an deinem Lehrstuhl informieren.

Viele international agierende Unternehmen bieten Praktika für Studenten in kaufmännischen Fächern an. Hast du Interesse an einem solchen Auslandspraktikum, solltest du also keineswegs denken, es wäre im jeweiligen Studienfach nicht möglich.

Es gibt gerade bei technischen oder praktisch-wirtschaftlich orientierten Fächern sogar häufig Pflichtpraktika, die ohnehin abgelegt werden müssen – diese dann ins Ausland zu verlegen ist sicherlich eine gute Idee. Die nötigen Sprachkenntnisse musst du dafür aber häufig vorweisen können. Der Vorteil an dieser Form des Auslandspraktikums ist, dass es vollständig im Rahmen des Studiums geschieht und der Zeitrahmen in der Regelstudienzeit berücksichtigt ist.

Darüber hinaus gibt es häufig in Neben- und Ergänzungsfächern, die Teil mancher Bachelor-Studiengänge sind, die Möglichkeit, anstatt Seminaren ein abgelegtes Praktikum einzubringen.

Mit dem Praktikum über den Tellerrand schauen

Ein Einblick ins Berufsleben kann mehr bringen, als nur eine erfreuliche Zeile im Lebenslauf. Viele Studiengänge, vor allem im kultur- und geisteswissenschaftlichen Bereich, kommen nicht mit direkt logisch folgenden Berufsaussichten daher.

Das Studium wird vielleicht gewählt, weil die Themen des Faches selbst interessant sind. Doch wie es danach beruflich weiter geht, ist vielleicht noch nicht geklärt oder es fehlt einfach die Idee.

In dieser Situation kann ein Praktikum einen wichtigen Blick über den Tellerrand geben und im Idealfall sogar direkt Karrieremöglichkeiten eröffnen. Besonders für Studenten in sprachlichen oder kulturwissenschaftlichen Fächern ist das Auslandspraktikum dann perfekt geeignet. Mehrsprachige Kundenbetreuung ist nicht selten eine Karrierechance, die über Praktika vermittelt wird.

Planung, Finanzierung und Durchführung

Nun kommen wir zu den wichtigsten Punkten: Ein Auslandspraktikum zu organisieren ist mal relativ leicht, mal schwieriger – aber immer mit etwas Aufwand verbunden. Dennoch sollten Studenten keineswegs zu lange warten, bevor sie mit der Organisation oder zumindest der Vorplanung beginnen.

Die meisten Unternehmen, bei denen man eine Stelle als Praktikant antreten kann, benötigen ohnehin meistens ein halbes Jahr oder mehr Vorlaufzeit. Zusätzlich muss das Zeitfenster noch in den Plan des vorherigen und darauffolgenden Semesters passen. Wenn dann noch Stipendien oder ein Visum zusätzlich organisiert werden müssen, weitet sich der Zeitrahmen noch zusätzlich aus. Je weiter du vorplanst, desto flexibler bist du in der Auswahl.

Die ersten Ansprechpartner

Man with phone and computerBei Einführungsveranstaltungen im ersten Semester bekommst du oft Informationen oder Flyer dazu, die nur in den Müll wandern. Doch sich so früh schon über einen möglichen Auslandsaufenthalt Gedanken zu machen, ist gar nicht so falsch.

  • Als aller erstes Ziel solltest du die zuständige Stelle für Auslandsaufenthalte am Lehrstuhl aufsuchen. Die Fachkoordinatoren dort können zu allen möglichen Fragen Auskunft geben.
  • Ebenfalls stehen die Büros in regem Kontakt zu Organisationen und Firmen im Ausland, die regelmäßig Praktika für internationale Studierende ausschreiben. Bei der Bewerbung hast du größere Chancen, wenn zuvor bereits Studenten von der gleichen Universität vor Ort waren.

In den meisten Fällen musst du dort zwar nur einen geplanten Auslandsaufenthalt absegnen lassen, jedoch ist schon ein frühzeitiges Gespräch empfehlenswert, damit bei der Organisation nichts übersehen wird. Hast du einen Studiengang belegt, in dem ein Auslandsaufenthalt zum Pflichtprogramm gehört, die genaue Umsetzung jedoch offen ist, kannst du dich dort auch informieren, welche Tätigkeiten anerkannt werden.

Die Finanzierung des Auslandspraktikums

Ein Auslandssemester mit Praktikum ist besonders in teuren Städten wie London oder Dublin, aber auch bei weit entfernten Ländern dank der Reisekosten trotz der üblichen Vergütung nicht selten ein finanzielles Verlustgeschäft. Daher musst du dich von Vorneherein darum kümmern, dass dein Konto über die Abwesenheit hinweg gedeckt bleibt.

Reisekosten, Unterkunft, Lebensmittel, Transportkosten vor Ort und so weiter können über sechs Monate hinweg durchaus eine stolze Summe zusammentragen. Eine Bezahlung ist zwar mittlerweile ziemlich flächendeckend üblich – das komplett unbezahlte Praktikum ist je nach Branche nur noch selten zu finden. Doch nicht immer liegt das nötige Kleingeld bereit, um alle Kosten zu tragen.

Es gibt zwar Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung, aber auch diese sind leider nicht immer verfügbar oder vollständig ausreichend. Wenn der Auslandsaufenthalt nach dem Ende der Regelstudienzeit geplant wird, sind viele öffentliche Mittel nicht mehr verfügbar.

Besonders, wer einen bestimmten Zielort wie Dublin im Kopf hat, muss mit etwas teureren Lebenshaltungskosten rechnen. Zur Deckung der über das Einkommen hinausgehenden Beträge kann mit einem kleinen Kredit die Reisekasse etwas aufgestockt werden – gegebenenfalls auch kurzfristig innerhalb weniger Tage. Vor allem bei unvorhergesehenen Mehrausgaben kann dies helfen, dass das ganze Unterfangen nicht vorzeitig abgebrochen werden muss.

Da die Erfahrungen und Karrierechancen, die sich dadurch ergeben können, unbezahlbar sind, ist auch ein Darlehen zur Überbrückung der Zeit eine realistische Möglichkeit. Vor allem, wer beispielsweise im Voraus die hohen Mietkautionen, die teilweise nötig sind, nicht stemmen kann, kann sich so aushelfen.

Förderungsmöglichkeiten

In vielen Fällen kann jedoch der Weg ins Ausland (eventuell auch zusätzlich) von den verfügbaren Förderprogrammen unterstützt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die man allesamt in Erwägung ziehen sollte.

  • AuslandsBAföG: Zusätzlich zur normalen staatlichen Förderung durch BAföG ist oft zusätzlich für Auslandsaufenthalte – auch Praktika – ein Förderprogramm mit diversen Zuschlägen möglich. Wenn du ohnehin BAföG beziehst, bekommst du garantiert auch eine Auslandsförderung. Doch auch Studenten, die kein BAföG erhalten können, sollten aufgrund der niedrigeren Eintrittsanforderungen eine Förderung beantragen. Dazu muss jedoch innerhalb der Regelstudienzeit das Ausland besucht werden. Die Beantragung sollte gut ein halbes Jahr vorher geschehen.
  • Stipendien: Eine gute Möglichkeit, den teuren Aufenthalt im Ausland zu finanzieren – in der Praxis aber leider nur für wenige Studenten eine Option. Stipendienplätze sind rar und stehen hoch im Kurs, weshalb sie für niemanden garantiert sind. Aber auch bei wenig Erfolgsaussicht kann es sich auszahlen, eine Bewerbung einzusenden. Besonders im kulturellen und politischen Bereich sind Stipendien für Praktika erhältlich. Der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) ist eine wichtige Anlaufstelle für Stipendien – dort werden auch für Studierende in Informatik, Technik und Naturwissenschaft geförderte Praktika angeboten.
  • Erasmus+: Dies ist prinzipiell das Äquivalent von Erasmus, das jedoch auch für berufliche Bildung und somit für Praktika erhältlich ist. Zwischen zwei und zwölf Monaten kann die Förderung andauern. Der monatliche Betrag ist von Faktoren wie den Lebenshaltungskosten im Zielland abhängig.
  • Das Auslandspraktikum auf eigene Faust stemmen: Meist sind die Praktika bezahlt, jedoch oft nur knapp ausreichend, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Einige Städte, darunter auch besonders beliebte Ziele für internationale Studenten, sind sehr teuer. Wenn du vor dem Praktikum bereits nebenbei arbeitest und sparsam lebst, kannst du dir eventuell ein finanzielles Polster ansparen und davon einige Zeit leben.

Wie findet man eine Stelle für ein Auslandspraktikum?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die du allesamt in Erwägung ziehen solltest. Wie bereits erwähnt, solltest du die zuständigen Stellen an der Universität in jedem Fall kontaktieren.

Außerdem hängen Unternehmen, die regelmäßig deutsche Studenten für Praktika aufnehmen, ihre Stellenanzeigen an Blackboards und Informationsstellen der relevanten Lehrstühle aus – stöbern lohnt sich also.

Es gibt diverse Vermittlungsprogramme, die Studenten dabei helfen, den Weg zu einem fachbezogenen Praktikum bei internationalen Unternehmen zu finden. Zudem gibt es durchaus auch Anzeigen für Praktika auf verschiedenen internationalen Karriereportalen im Internet.

Zu guter Letzt gibt es noch eine sehr praktische Möglichkeit, die uns auf dem Campus ständig umgibt: Kommilitonen nämlich. Ältere Studenten oder Absolventen, die bereits einen Auslandsaufenthalt hinter sich haben, können meistens mit viel praktischem Wissen und Erfahrungen weiterhelfen und eventuell Praktikumsbetriebe empfehlen.

Für technische und kaufmännische Studenten lohnt es sich durchaus, die Karriereseiten größerer internationaler Unternehmen zu durchforsten, da dort häufig auch Auslandspraktika ausgeschrieben werden.

Braucht man ein Urlaubssemester?

Work meetingDa du meist für mehrere Monate, eventuell sogar länger als ein Semester, nicht den Campus besuchen kannst, herrscht häufig die Annahme, du müsstest dich für die Zeit des Auslandsaufenthaltes beurlauben lassen.

Ein Urlaubssemester hat grundsätzlich die Funktion, die fortlaufenden Fachsemester, also die Zahl an der die Regelstudienzeit gemessen wird, zu unterbrechen. Wenn du in einem Bachelor-Studiengang von sechs Semestern in der Mitte ein halbes Jahr beurlaubt bist, so kann sich dein Studium insgesamt auf dreieinhalb Jahre ausdehnen und dennoch wirst du in der Regelstudienzeit fertig.

Eine Zeit im Ausland zählt als möglicher Grund zur Beantragung eines Urlaubssemesters – dieses ist jedoch für einen Aufenthalt nicht zwingend nötig. Ein Urlaubssemester macht dann Sinn, wenn die Fortschrittskontrolle im laufenden Semester ein Problem darstellen könnte. Ebenso verlängerst du damit die effektive Dauer der BAföG-Bezüge und weitest sie auf das siebte Hochschulsemester aus.

Semesterbeitrag

Da du an der heimischen Uni weiterhin eingeschrieben bleibst, wird auch weiterhin der verpflichtende Semesterbeitrag fällig. Doch unter Umständen kannst du dir diesen zumindest teilweise zurückerstatten lassen. Wenn zusätzliche Dienste wie ein Semesterticket für den Nahverkehr beinhaltet sind, die du im Ausland nicht nutzen kannst, erstatten viele Universitäten diesen Anteil zurück.

Dafür ist für gewöhnlich der AstA zuständig – möchtest du also ein paar Euro mehr auf dem Konto haben, solltest du dich frühzeitig an die Vertreter wenden, sobald die Bestätigung für den Auslandsaufenthalt unterschrieben ist.

Welche Länder und Ziele eignen sich?

Im Großen und Ganzen sind Studenten kaum Grenzen gesetzt, wenn sie den Aufenthaltsort für ihr Praktikum wählen. In der Praxis sind die Möglichkeiten oft von der Fachrichtung abhängig, in der das Praktikum absolviert wird.

Sprachlich orientierte Auslandsaufenthalte müssen in bestimmten Ländern abgelegt werden, damit die nötige Sprachpraxis auch gesichert ist. In der freien Wirtschaft kommt es darauf an, welche Unternehmen überhaupt Praktika anbieten. Die notwendigen Sprachkenntnisse sind natürlich ebenfalls ein limitierender Faktor.

Bildquellen: