ANDERE LÄNDER, ANDERE SPEZIALITÄTEN – DIE DO’S UND DON’TS BEIM ESSEN IM AUSLAND

Das Marmeladenbrot zum Frühstück, die Bratwurst unterwegs zum Mitnehmen oder ein schöner deftiger Sauerbraten – Auf viele gewohnte und liebgewonnene Lebensmittel und Gerichte müssen wir im Ausland oftmals verzichten. Dafür gibt es anderswo viele neue landestypische Spezialitäten zu entdecken. Manches ist dabei für unser Geschmacksempfinden eher gewöhnungsbedürftig. Und manchmal gelten bei Tisch auch ganz andere Benimmregeln.

Die jeweilige Kultur eines Landes spiegelt sich in ganz besonderer Weise in seiner Esskultur wider. Wenn du die Menschen und die Lebensart richtig kennenlernen willst, geht kein Weg an den traditionellen Speisen oder Getränken vorbei. Oftmals sind dabei jedoch bestimmte Regeln zu beachten. Um nicht unverhofft in ein Fettnäpfchen zu treten oder einen Gastgeber zu verärgern, solltest du dich informieren, was in den einzelnen Ländern üblich ist.

Mutig sein und Neues ausprobieren

Je exotischer das jeweilige Ziel ist, umso fremdartiger wird oftmals auch die Küche. Was zuhause vielleicht aus dem „landestypischen“ Restaurant bekannt ist, entpuppt sich vor Ort nicht selten als schlechter Abklatsch oder auf unsere europäischen Zungen angepasstes Klischee. Vor allem die asiatische Küche ist hierzulande nur selten in ihrer Originalität und Vielfältigkeit repräsentiert. Manchmal liegt dies auch daran, dass die notwendigen exotischen Zutaten nur schwer erhältlich sind.

Es gilt also, mit Neugierde und Offenheit auf die neue und fremdartige Küche zuzugehen. Meist fängt es bereits bei der ersten Mahlzeit des Tages an: Das Frühstück hat in den meisten Kulturkreisen eine unterschiedlich wichtige Bedeutung. Auch was dabei jeweils serviert wird ist so vielfältig wie die Länder selbst.

Vor allem die Mittelmeerländer wie Frankreich, Spanien oder Italien erledigen das Frühstück oft im Stehen. In einem Café oder einfach auf dem Weg zur Arbeit wird ein Kaffee, Cappuccino oder Espresso getrunken und dazu gibt es meist süßes Gebäck wie Croissants, Biscotti oder Churros. Ohnehin hat das Getränk als zentrales Element für ein geselliges Beisammensein in vielen Ländern eine wichtige Bedeutung.

Exotische Zutaten und fremdartige Gewürze

„Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ – so lautet ein altes Sprichwort. Die heimischen Speisen sind uns seit unserer Kindheit an zur Gewohnheit geworden. Neue Dinge werden dann häufig mit einer größeren Portion Skepsis betrachtet. Dabei müssen wir gar nicht so weit reisen, um auf exotische Zutaten und fremdartige Geschmäcker zu stoßen.

In Frankreich gehören in diese Kategorie beispielsweise Froschschenkel oder gefüllte Weinbergschnecken. Auch wenn dies für uns unappetitlich klingt, sollten wir uns zumindest einmal überwinden und die jeweilige Spezialität probieren. Entweder wir werden dann positiv überrascht oder können eine weitere Portion immer noch dankend ablehnen, ohne den Gastgeber zu verärgern oder enttäuschen.

Wenn es um exotische Gewürze geht, sind unsere Geschmacksknospen am häufigsten mit besonders scharfem Essen – wie in einigen Teilen Asiens oder auch Südamerikas üblich – überfordert. Meist reicht beim Bestellen ein Hinweis darauf, das Gericht für europäische Zungen abzuschmecken. Mit der Zeit kannst du dich aber auch an schärferes Essen gewöhnen.

Gemeinsame Tafel in Asien mit Tücken im Detail

Vor allem in China, jedoch auch in anderen asiatischen Ländern ist es üblich, dass viele verschiedene Speisen zusammen auf den Tisch kommen, ähnlich einem kleinen Buffet. An den einzelnen Gerichten kann sich dann jeder bedienen. Oftmals werden dabei auch die einzelnen Zutaten wie verschiedene Gemüsesorten separat zubereitet, unterschiedlich gewürzt und getrennt serviert.

Das Tolle daran: Es können unzählige verschiedene Spezialitäten auf einmal ausprobiert werden. Zudem fällt es dem Gastgeber nicht so leicht auf, wenn du etwas auslässt, von dem du weißt, dass es dir nicht so gut schmeckt. Gerne darf hier auch etwas auf dem Teller zurückbleiben. Dann weiß der Koch, dass es nicht zu wenig war.

Das gemeinsame Anstoßen mit dem Getränk zu Beginn des Essens ist auch hier verbreitet. So wird gegenseitiger Respekt ausgedrückt. Im Gegensatz zu unseren heimischen Sitten ist hier auch Schmatzen und Rülpsen als Ausdruck für den Wohlgeschmack üblich.

Das Essen mit Stäbchen sieht komplizierter aus als es ist. Wenn du vorher etwas übst, bist du wenn es drauf ankommt bestens gerüstet. Es gilt übrigens als unhöflich, mit den Essstäbchen zu trommeln oder sie senkrecht in eine Schüssel zu stecken. Zudem sollte Fisch nicht umgedreht werden, um die Gräten zu entfernen. Nach dem Volksglauben soll dies Unglück bringen. Ebenso sollte der Ausgießer einer Teekanne niemals auf eine Person zeigen. Es zeigt an, dass der- oder diejenige nicht willkommen ist.

Essen ohne Besteck

In einigen arabischen Ländern oder in Indien wird statt mit Besteck mit den Händen gegessen. In Frankreich wäre dies ein gewaltiger Fauxpas! Allerdings gibt es auch hier einiges zu beachten. Händewaschen ist beispielsweise Pflicht bevor es mit dem Speisen losgeht.

Grundsätzlich wir dann nur die rechte Hand benutzt – entweder um das Essen direkt zu greifen oder auch um flüssigere Speisen mit einem Brotstück aufzunehmen. Dieses sollte dann komplett mitgegessen und nicht nochmals eingetaucht werden.

In manchen Familien ist es dort noch üblich, dass Männer und Frauen getrennt voneinander essen. Wer nach einem Nachschlag gefragt wird, muss dies in der Regel dreimal ablehnen um sich schließlich durchzusetzen. Entfernt sich während des Mahls jemand vom Tisch wird übrigens mit dem Weiteressen so lange auf ihn gewartet, bis er wieder zurück ist.

Umgang mit Alkohol

In manchen Kulturen ist es tabu in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. In anderen Ländern hingegen ist er ein fester Bestandteil der Esskultur, wie beispielsweise in Russland. Dort wird hochprozentiger Wodka nicht nur zum Hauptmahl serviert, auch in geselliger Runde wird oft damit angestoßen. Meist werden dazu dann eingelegte Tomaten oder Gurken, oder Brot mit Speck gereicht um den starken Alkohol abzumildern. Wichtig ist, dass du deine Grenzen kennst.

Hygienische Standards beachten

Vermutlich für viele Globetrotter nichts Neues, dennoch darf dies an dieser Stelle nicht fehlen: In anderen Ländern sind die hygienischen Bedingungen beim Zubereiten oder Servieren des Essens oftmals nicht so hoch wie wir dies von Zuhause gewohnt sind. Vorsicht ist deshalb geboten bei Lebensmitteln, die nicht durchgegart sind oder unverpackt angeboten werden.

Auch das Leitungswasser eignet sich oftmals nicht zum Trinken oder ist stark mit Chlor versetzt.  Sicherer ist es hier auf Wasser in Flaschen – auch zum Kochen – zurückzugreifen. Dies gilt selbst im europäischen Ausland.