Als Deutscher ein Unternehmen im Ausland gründen

Eine Firma im Ausland zu gründen, kann viele Vorteile mit sich bringen. Für Deutsche wird ein Unternehmensstandort im Ausland immer beliebter. So zeigen Umfragen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, dass sich aktuell rund 46 % der Industrieunternehmen dazu entscheiden, ins Ausland zu gehen. Gleichzeitig geht die Unternehmensgründung im Ausland häufig mit ersten bürokratischen Hindernissen einher und kann mitunter auch Nachteile mit sich ziehen.

Es gibt viele Gründe, die Unternehmer dazu verleiten, eine Firma ins Ausland zu verlegen. Die Umsatzzahlen lassen sich steigern, man wird bekannter, kann sich auf einem Nischenmarkt positionieren und ist dem Wettbewerb im besten Fall einen Schritt voraus. Welche Beweggründe auch immer du hast, eine Internationalisierung kann für dein Unternehmen einen extremen Entwicklungsschub bedeuten.

Umfassende Recherche

Bevor du dein Auslandsprojekt in die Tat umsetzt, solltest du dich umfassend über die Gegebenheiten im Ausland informieren und wissen, was der Umzug ins Ausland für dich und deine Firma bedeutet. Erst, wenn du möglichst viele Informationen hast, kannst du einen Projektplan erstellen und wichtige Entscheidungen treffen.

Zunächst einmal gilt es, sich über das Land zu informieren, in dem du ein Unternehmen gründen möchtest: Befasse dich mit den kulturellen Besonderheiten, der wirtschaftlichen und politischen Lage, dem Außenhandel, verschiedenen Zugangsbestimmungen sowie Geschäftspraktiken. Im gleichen Schritt solltest du dich auch mit der Marktsituation befassen und herausfinden, wie viel Potential dein Unternehmen im Ausland hat. Dazu ist es wichtig, den Wert deiner Dienstleistungen oder Produkte zu kennen und deine Konkurrenz zu analysieren.

Einen weiteren Fokus solltest du zudem auf die ausländischen Vorschriften legen. Informiere dich zum Beispiel über internationale Abkommen, rechtliche Regelungen, die Arbeitserlaubnis, Handelsbeschränkungen und Steuer- oder Zollbestimmungen. Außerdem stellt sich die Frage, ob du weiterhin einen Wohnsitz in Deutschland haben wirst und mit welchen Bestimmungen dieser, zum Beispiel in Bezug auf zu leistende Steuern, einhergeht.

Unterstützung und Weiterbildung

Die Firmengründung im Ausland geht mit diversen bürokratischen Vorgängen einher. Entsprechend empfiehlt es sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen. So gibt es beispielsweise zahlreiche private oder öffentliche Organisationen, die dich auf die Firmengründung vorbereiten und Hilfestellung leisten. Du kannst dir auch direkt beim Auswärtigen Amt, in Botschaften oder Konsulaten Unterstützung suchen.

Auch ein Fernlehrgang kann sehr sinnvoll sein. Du findest viele Angebote für Kurse zur Existenzgründung im Ausland und kannst dich so wesentlich besser auf dein internationales Geschäft vorbereiten und unnötige Fehler und Frustration vermeiden, denn Fehlentscheidungen oder mangelnde Kenntnisse können mitunter zu finanziellen Risiken führen.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Im Idealfall bringt dir deine internationale Firma mehr Vor- als Nachteile. In der Europäischen Union kannst du dich beispielsweise auf die Niederlassungsfreiheit berufen, was die Existenzgründung im Ausland erleichtert. Es gilt dennoch immer, gewisse rechtliche Hürden zu überwinden.

Möchtest du deinen Wohnsitz in Deutschland behalten, so zahlst du wahrscheinlich auch Steuern in Deutschland. Ist der Wohnsitz dagegen im Ausland, bist du dort steuerpflichtig. Zusätzlich gibt es in vielen Ländern das sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen, hier gleichen die Finanzämter steuerlich relevante Daten ab. Lass dich am besten von einem Steuerberater über deine eigene Situation aufklären.

Eine Firma im Ausland kann mit steuerlichen Vorteilen einhergehen, gleichzeitig brauchst du im Zuge der Anmeldung einer englischen Limited für die Firmengründung in anderen Ländern häufig ein deutlich niedrigeres Eigenkapital als in Deutschland. Wenn du eine Gesellschaft gründest, benötigst du manchmal sogar gar kein Stammkapital, auch im Nachhinein wird dies nicht eingefordert. Attraktiv ist die Existenzgründung im Ausland außerdem für Unternehmer, die in Deutschland insolvent gegangen sind und in einem anderen Land einen Neustart wagen möchten.

Gründest du außerdem eine ausländische Gesellschaft, so wirst du automatisch zu einer vorteilhaften Rechtspersönlichkeit, und zwar auf der ganzen Welt. Du lässt damit die alten deutschen Denkmuster hinter dir und kannst mit deiner Firma von unternehmensfreundlichen und internationalen Rechtsformen profitieren.

So kann die Existenzgründung alles in allem eine sehr attraktive Option sein, die immer mehr Unternehmen zum Erfolg verhilft. Bei all den möglichen Vorteilen und Möglichkeiten gilt es aber gleichzeitig immer, sich umfassend zu informieren und vorab mit Ämtern in Kontakt zu treten, um Fehlentscheidungen und unnötige finanzielle Belastungen zu vermeiden. Für die erfolgreiche Unternehmensgründung ist außerdem ein sehr gut ausgearbeiteter Geschäftsplan notwendig.