Leben und Arbeiten in Portugal

Wer Portugal schon einmal bereist hat, der wird die traumhafte Landschaft an der Algarve und die idyllischen Strände und Küstenabschnitte des Landes kennen. Obwohl Portugal sicherlich nicht zu den beliebtesten Auswanderungszielen der Deutschen gehört, gibt es dennoch viele Menschen, die sich in das milde Klima und die freundliche und entspannte Mentalität der Portugiesen verliebt haben. In den letzten Jahren hat das Land vor allem mit einer stagnierenden Wirtschaft und finanziellen Einschränkungen Aufmerksamkeit erregt. Nichtsdestotrotz sollte dies nicht davon abschrecken, wenn das Vorhaben bedeutet nach Portugal auszuwandern. Werden alle Voraussetzungen beachtet, steht dem Umzug nach Portugal nichts mehr im Weg!

Unternehmen und Jobs für Deutsche

Einen Großteil der florierenden Industrie kann in Portugals zwei größten Städten gefunden werden: Lissabon und Porto. Wichtige Branchen, die hier agieren, sind Nahrungsmittel, die Textil und die Metallindustrie. Ein weiterer nicht unbedeutender Zweig ist die Chemieindustrie, sowie die Korkverarbeitung. Auch der Finanzsektor entwickelt sich langsam aber sicher zu einem großen Arbeitgeber, der in Zukunft nach mehr Arbeitskräften verlangen wird. Ein hohes Wachstumspotential haben die Gebiete erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Infrastruktur, Wasserwirtschaft und Umwelt. In diesen Bereichen werden in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr qualifizierte Arbeitskräfte benötigt. Sehr wichtig für das Land ist außerdem die Tourismusbranche, die gerade an der Algarve, den Azoren und rund um Lissabon sehr viele Beschäftigte hat. Es ist jedoch für Ausländer eher ungewöhnlich in diesem wirtschaftlichen Zweig Arbeit zu finden. Für Deutsche empfehlen sich vor allem deutsche Unternehmen oder Tochterfirmen, die in Portugal einen Sitz haben. Darüber hinaus suchen auch viele portugiesische Unternehmen mit Handelsbeziehungen nach Deutschland deutsche Arbeitskräfte. Gesucht wird nach Büropersonal oder Menschen, die im Verkauf geschult sind. Da in Portugal vergleichsweise wenig Menschen studieren, verlangt das Land auch zunehmenden nach Betriebswirten, Ingenieuren oder EDV-Fachleuten. In der Metallindustrie wird kontinuierlich nach ausgebildeten Führungskräften gesucht.

Von Februar bis Juni sind viele Unternehmen auf der Suche nach Studenten, die gerade ihren Abschluss gemacht haben. Hat man also vor sich als Akademiker zu bewerben, sollte dies in diesem Zeitraum in Betracht gezogen werden.

Arbeitserlaubnis

Hält man sich als EU-Bürger nicht länger als 90 Tage in Portugal auf, benötigt man zunächst nichts weiter, als einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Ist jedoch ein langfristiger Aufenthalt geplant, muss innerhalb eines Monats die Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis bei Serviço de Estrangeiros e Fronteiras erfolgen. Dies ist die portugiesische Behörde für Einwanderungsfragen. Bei der Beantragung dieser Erlaubnis muss in der Regel nachgewiesen werden, dass während der Jobsuche über ausreichend finanzielle Mittel verfügt wird oder eine Festanstellung in Aussicht steht. Dafür ist die Ausstellung einer Erklärung des (zukünftigen) Arbeitgebers erforderlich. Die Aufenthaltserlaubnis ist dann für fünf Jahre gültig und kann – sollten weiterhin alle Bedingungen erfüllt werden, verlängert werden. EU-Bürgern steht es frei ohne Arbeitserlaubnis ein Beschäftigungsverhältnis einzugehen.

In Portugal ist es üblich, unbefristete Arbeitsverträge nur mündlich abzuschließen. Portugals Lohnniveau liegt im Übrigen rund 30-50 Prozent unter dem Lohnniveau Deutschlands (dafür sind aber auch die Lebenshaltungskosten geringer). Die gesetzlich geregelte Wochenarbeitszeit liegt bei 42 Stunden.

Bildung

Die Schulpflicht beginnt für portugiesische Kinder mit der Vollendung des sechsten Lebensjahrs und endet nach zwölf Jahren. Das Schulsystem setzt sich aus einer vierjährigen Grundschule und einer fünfjährigen Oberschule zusammen. Der Unterricht an staatlichen Schulen ist kostenfrei. Möchten Eltern aus finanziell schwächeren Verhältnissen, ihre Kinder auf eine der vielen Privatschulen schicken, so können sie von einigen Institutionen Zuschüsse erhalten. Die Grundbildung besteht in Portugal aus drei Stufen. Nach dem Abschluss dieser Grundbildung besteht die Möglichkeit eine Berufsausbildung zu absolvieren oder an einem speziellen Ergänzungsunterricht teilzunehmen, der die Jugendliche auf die Erwerbstätigkeit oder den Besuch einer Hochschule vorbereitet. In Portugal gibt es auch einige deutsche Schulen, an denen es möglich ist, nach der zwölften Klasse das Abitur zu machen. Die portugiesischen Hochschulen bieten ein längeres akademisches Studium oder ein kürzeres Fachschulstudium an . Die Vernachlässigung der Bildung bis zur Revolution im Jahre 1972 ist bis zum heutigen Zeitpunkt in Portugal spürbar. Es ist das Land mit der höchsten Quote an Analphabeten und nur wenige entscheiden sich für ein Studium. In den letzten Jahren hat Portugal aber stark an seinem Bildungssystem gearbeitet  und strebt eine Verbesserung des Bildungsniveau an.

Sprache und Handelsbeziehungen

Die offizielle Landessprache von Portugal ist Portugiesisch. Wenn man in Portugal leben und arbeiten will, muss der Verständigung wegen, zwangsläufig diese Sprache erlernt werden. Die Schwierigkeit liegt dabei meist in der Aussprache der vielen phonetischen Laute. Außerhalb der Touristenstädte können nur relativ wenige Menschen (ca. 20 Prozent) Englisch sprechen. Viele Portugieser beherrschen als zweite Fremdsprache Französisch. Wie auch in anderen Ländern, ist es immer von Vorteil, wenn man mehr als eine Sprache mächtig ist.

Zu Portugals wichtigsten Handelspartner zählen Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Das Land ist immer noch sehr stark auf den Export angewiesen. Zu den populärsten Handelsgütern zählen Textilien und Kleidung, Schuhe, holzfreies Papier, Wein, Kork sowie Tomatenmark.

Wohnen und Gesellschaft

In Portugal sind die Preise viel niedriger als in anderen europäischen Länder. Das macht sich auch bei den Immobilien bemerkbar. Sowohl bei Häusern, als auch Mietwohnungen lassen sich einige Schnäppchen machen. Dies zieht auch immer mehr Pensionäre an, die neben den Steuervorteilen, dem tollen Wetter und der Natur auch die günstigen Immobilienpreise im Ruhestand nutzen wollen. Schöne Immobilien findet man in ganz Portugal und natürlich auch an der Algarve. Wer schon immer von einem Eigenheim mit Blick auf das Meer geträumt hat, sollte sich in Portugal umschauen. Hier findet man eine solche Immobilie sogar zu einem erschwinglichen Preis.

Portugiesen sind im Allgemeinen sehr kontaktfreudig und aufgeschlossen. Ihre Mentalität ist von einer großen Gelassenheit geprägt. Das Essen und der Genuss haben in Portugal einen hohen Stellenwert.

Deutsche in Portugal

Jährlich zieht es viele Deutsche nach Portugal. Neben den zahlreichen Touristen aus Deutschland findet man auch viele Menschen, die erfolgreich in das Land emigriert sind und schon seit einigen Jahren dort leben. Die Existenz der deutschen Schulen in Portugal ist Beweis dafür, dass es in Portugal eine große deutsche Community gibt. Es gibt bestimmte Orte, in denen vorwiegend Deutsche wohnen, weshalb es nicht schwer ist mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen. Ist man erst einmal Teil der Gemeinschaft wird sich öfter getroffen und zum Beispiel zusammen deutsches Fernsehen geschaut.

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